Dienstag, 27. März 2007

430 km Freiheit - Die Great Ocean Road

Am Samstag ging es mal wieder los - eine weitere Tagestour stand an. Die Great Ocean Road, eine zirka 430 Kilometer lange Straße, die sich von Torquay (in der Nähe von Melbourne) bis nach Warrnambool erstreckt. Und zum ersten Mal waren wir nicht mit der RMIT unterwegs sondern mit Autopia Tours - eine weise Entscheidung, wie ich fand. Um 11.00 Uhr am Treffpunkt angelangt kam auch glatt der Bus, ähhh Mini-Bus, der für zirka 20 Personen gemacht war. Rein in die gute Stube und Plätze eingenommen, doch nicht bevor wir von unserem Reiseführer Laurence begrüßt worden waren.


Was soll ich sagen? Es war unglaublich. Und das, bevor wir überhaupt aus Melbourne raus waren. Am zweiten Sammelpunkt stieg eine Horde Viatnamesen in einem Durchschnittsalter von zirka 60 Jahren ein, so ungefähr zehn an der Zahl. Und nach zwanzig Metern absolvierter Strecke wurden auch sogleich die Fresspakete ausgepackt. Ich kann nur wiederholen: U.N.G.L.A.U.B.L.I.C.H.! Es war eine einzige Orgie. Wie einer der älterern Herren bald erzählte war sein Bruder zu Besuch aus Vietnam da und dieser Trip wurde jetzt quasi ihm zu Ehren, also nur seinetwegen, organisiert. Und so hatten es sich wohl alle restlichen Familienmitglieder zum Ziel gemacht, diesen einen Herren rundum glücklich zu machen. Und wir mittendrin. Das das nicht spurlos an uns vorüber ging, dürfte ja wohl klar sein: Nach einer halben Stunden waren wir bestens versorgt mit Kürbiskernen, Sonnenblumenkernen und Eisbonbons.



Ja, man kann wirklich sagen, dass sich das erste Drittel der Tour in den acht Quadratmetern Bus abspielte. Da war der Mann, der ein schätzungsweise 10 cm langes "Glückshaar" am Hals trug (ganz ehrlich, dem wuchs da ein einzelnes langes Haar), was bei Juliane Brechreiz und bei dem Rest von uns die wildesten Spekulationen über dessen Pflege hervorrief. Dann war da der besagte Bruder, der von der ganzen Tour überhaupt rein gar nicht interessiert schien und entweder Zeitung las, schlief oder Musik hörte. Da wurden 200 $ über die Sitze getauscht, schließlich wollte das ganze Essen ja auch bezahlt werden und es wurden Millionenbeträge Viatnamesischer Währung lachend und wild gestikulierend durch den Bus gereicht. Und als ob das alles noch nicht genung wäre, hatten wir Laurence, eine Koriphähe unter den Reiseleitern. In regelmäßigen Abständen kam ein "wuuhuuu" aus dem Lautsprecher, was in den meisten Fällen Zeichen einer Sehenswürdigkeit, die Reaktion auf einen seiner Witze oder einfach nur pure Lebensfreude zum Ausdruck bringen sollte. Dieser Mensch war wie eigentlich alles an diesem Tag einfach unglaublich. Doch eigentlich ging es ja um die Great Ocean Road.

Ein Zwischenstopp und dessen Aussicht:




Ach ja, die Koalas. Eigentlich gibt es von denen ja schon genug Fotos, aber das ist so schön. Ein nasser Koala, es hatte nämlich arg geregnet die Nacht zuvor. Und da tritt auch Laurence wieder auf den Plan. Die Bäume mitsamt Koalas lagen nämlich direkt an der Straße und links und rechts ging es mehr oder weniger steil bergauf. Da Laurence es sich aber zum Ziel gemacht hatte uns vernünftige Ausblicke auf die kleinen Pelzknäule zu bieten, scheuchte er uns alle diese Abhänge hinauf (ich bemerke noch einmal: es hatte geregnet). Unter Todesgefahr oben angelangt waren die Koalas aber genauso wenig interessiert von uns wie zuvor. Doch wir hatten nicht mit Laurence gerechnet. Mit einem Stock bewaffnet und wild klatschend fing er an gegen den Baum zu hämmern. Ich denke das untere Bild dürfte klar machen, was der Koala davon hielt. Zaghafte Einsprüche unsererseits wurden mit einem "They sleep enough every day!" abgetan.



Dann ging es ab in einen Regenwald - und kaum drinnen, fiel die Temperatur auch gleich um einige Grad. Schön wars.


Dann das eigentliche Highlight des Tages: einen Hubschrauberflug. Ich beschreib es zur Abwechslung mal mit dem Wort.... unglaublich. Ilka, Mareike und Juliane im weinroten Exemplar, Jan und ich im gelben (Laurence stellte vor dem Flug fest, dass ein gelber Helikopter im Falle eines Absturzes viel besser im Meer zu erkennen sei - "wuuhuuu"). Aber wir haben alle überlebt und diese fantastischen Bilder mitgebracht (die natürlich nicht einmal ansatzweise das tatsächliche Erlebnis wiedergeben).

Die Great Ocean Road von oben.

Und hier erkennt man sie schon: die Twelve Apostels - eine Steinformation die vor langer Zeit mal mit dem Festland verbunden war, sich aber durch die Gezeiten gelöst hat und nun in zwölfacher Ausführung direkt vor der Küste liegt.


Vor dem Sonnenuntergang bei den Twelve Apostels war dann noch eine Stärkung mit Fish & Chips fällig.


Die letzten Bilder lass ich ausnahmsweise mal für sich sprechen...






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