Mittwoch, 25. Juli 2007

ICH BIN WIEDER DA

Am Montag den 23.07.2007 bin ich um 10.45 Uhr in Hamburg gelandet. Meine Eltern erwarteten mich am Flughafen und nach einer Frühstückspause auf einem Autobahn-Rastplatz fuhr ich gegen 13.30 Uhr wieder in die Gellertstraße ein.

Der Flug war toll, ich habe in 20 Flugstunden mit Quantas sieben Filme geguckt - unglaublich, dass Essen war zwar eher bescheiden, dafür gab es aber ständig was, so mag ich das.

Jetzt bin ich wieder da, räume irgendwie immer noch alles ein und werde in den nächsten Tagen nochmal meinen Blog überarbeiten. Dann gibt es von den Urlaubswochen bestimmt einige kleine Neuerungen, bearbeitete Fotos, mehr interessante kleine Anekdoten und und und...

Gestern waren schon die Frauen da und wir haben bei Lasagne die letzten sechs Monate aufgearbeitet... wahnsinn. So, jetzt gehe ich zu meinen Eltern zum Frühstück, danach fangen wir an, dort den Flur, das Wohnzimmer und die Küche zu renovieren...

Das Ende meiner Reise - Darwin

19.07. - die Wege trennen sich - 280km - Darwin

Heute nach dem Frühstück hieß es Abschied nehmen. Jule und Enrico, die noch eine Woche Urlaub vor sich hatten, wollten weiter in Richtung Westen fahren, Veit und ich machten uns auf nach Darwin. Dort angekommen musste der treue Caravan, unser Zuhause für die letzten dreieinhalb Wochen, abgegeben werden. Doch zunächst einmal haben wir unser Gepäck im Backpacker abgestellt, dass für die nächste Nacht mein Bett stellte. Gegen 15.00 Uhr, nachdem nun der Caravan weg war, wir unsere bleischweren Koffer sicher untergebracht hatten und wir schweißgebadet und hungrig alles erledigt hatten, hieß es den Rest des Tages sinnvoll nutzen.
Also ab ins Museum. Vom Museum in Darwin hatte ich nämlich schon eine Menge gehört und wollte deswegen ganz gerne hin. Gesagt, getan. Highlight neben einer beeindruckenden Ausstellung über den Wirbelsturm Tracy, der hier vor einigen Jahren nahezu alles verwüstet hatte, galt meine Aufmerksamkeit "Sweetheart" dem Riesenkrokodil.



Sweetheart ist 780kg schwer und 5,10 m lang. Zu seinen glanzvollen Tagen hat Sweetheart am liebsten kleine Boote angefallen. Man munkelt, dass er das Motorengeräusch nicht so mochte und/oder als Bedrohung ansah. Auf jeden Fall hat er nie Menschen angefallen, selbst wenn er ein Boot so zu Kleinholz verarbeitet hatte, dass dessen Insassen ins Wasser gefallen waren. Nun waren für die Australier, die in Sweethearts Revier wohnten, aber auch die Boote Grund genug Sweetheart einzufangen, um dem wilden Treiben ein Ende zu bereiten. Bei diesem Mannöver allerdings ertrank das arme Krokodil und so lebt Sweetheart auf immer und ewig im Darwin Museum weiter (naja, fast).
Nachdem wir das Museum hinter uns gelassen hatten und uns bei "Red Rooster" die Bäuche voll geschlagen hatten, ging es auf den Mindil Beach Sunset Market. Sehr nett. Jede Menge zu Essen, viel Schmuck und Handwerkskunst und nette Didgeridoo-Musik. Und diese einzigartige Geschäftsidee:




Abends um 22.00 Uhr verließ mich Veit im Taxi Richtung Flughafen. Das bedeutete für mich, dass ich noch einen Tag alleine in Darwin verbringen sollte, denn mein Flug ging am 21.07. um 01.40 Uhr morgens.
20.07. - ein langer Tag in Darwin - okm - Darwin
Morgens um 7.30 Uhr aufgestanden, ging es nach einer Dusche in den Garten des Backpackers wo es gratis Pancakes gab - lecker. Mein Gepäck im Zimmer untergebracht macht ich mich auf zu "Aquascene", wo man wilde Fische füttern konnte. Das war echt witzig. Bei Ebbe kommen hunderte von Fischen (der groesste traegt den schrillen Namen "Milkfish", dann gibt es noch den "Diamond Scaled Mullet" und den "Catfish") ans Ufer und lassen sich mit Toastbrot füttern.






Danach schlenderte ich durch die Stadt, immer meine restlichen Souveniers im Blick. Anschließend verbrachte ich vier Stunden im Intenetcafé, (jetzt kommts:) war bei der Fusspflege, habe beim Thailänder gegessen und war im Kino, um mir den neuen Harry Potter anzuschauen. Nach all diesen Erlebnissen war ich gegen 21.00 Uhr im Backpacker und um 23.00 Uhr kam schließlich der Airport Shuttle, um mich zum Flughafen zu bringen.

Der Flug war der Oberhammer. Um 1.40 Uhr sollte der Flug von Darwin nach Melbourne gehen. Leider musste ich einen Flug ueber Brisbane buchen, was bedeutete, dass ich die ganze Nacht unterwegs sein wuerde, aber es kam noch ganz anders. Der Flug um 1.40 Uhr hatte schonmal eine halbe Stunde Verspaetung, womit mir 25 Minuten blieben um in Brisbane in eine andere Maschine einzusteigen. Und mein goldener Koffer? Ich war im Stress. Ich habe so ziemlich jeden gefragt, ob das in 25 Minuten selbstverstaendlich ist, dass das Gepaeck von einem Flugzeug ins naechste verladen wird - ja, ist es. Als ich dann ueber die Rollbahn in den zweiten Flieger stieg (um 7.15 Uhr war Abflug) sah ich dann auch prompt mein goldenes Prachtexemplar auf dem Gepaeckwagen funkeln - alles wird gut. Ha! Ueber Melbourne angelangt stellte der Kapitaen und dann wohl auch der Flughafen Melbourne fest, dass der Nebel eine Landung unmoeglich macht (uebrigens auch jeglichen Abflug). Eine halbe Stunde haben wir wie ein riesen Geier ueber der Stadt unsere Kreise gezogen. Dann die Stimme des Kapitaens, die in der letzten Zeit schon viel zu viel Unheil verkundet hatte und uns mitteilte, dass wir jetzt zum Tanken nach Sydney (SYDNEY!) fliegen, der Sprit reiche nicht und ueberhaupt mache, das eh keinen Sinn, denn in den naechsten Stunden gehe hier gar nichts. Gahhh, um 9.40 Uhr sollte ich in Melbourne landen, stattdessen kam ich um 10.35 Uhr in Sydney an. Dort wurde mir dann ein neues Flugticket ausgedruck und zusammen mit einem Verzehrgutschein feierlich laechelnd ueberreicht: 14.15 Uhr Abflug nach Melbourne. Gott sei Dank wurden die Reisenden aus Darwin als erstes ausgerufen, um sich ein neues Ticket ausstellen zu lassen. Viele andere mussten bis 18.00 Uhr warten. Inzwischen wurde der 14.15 Uhr Flug aber auch schon wieder auf 15.15 Uhr verlegt - mich schockt hier gar nichts mehr. Am besten ich bleibe in Melbourne gleich am Flughafen, am Sonntag muss ich ja eh gegen 13.00 Uhr schon wieder dasein. SO!

Samstag, 21. Juli 2007

Buschfeuer und Feuchtwiesen im Kakadu National Park

17.07. - die Natur ruft - 20km - Jabiru

Nach vier Tagen im Auto waren wir allesamt einfach nur froh, uns endlich mal wieder bewegen zu koennen. Einziges Manko: die Hitze. 36 Grad, Sonne pur und maessig viel Wind, da war Schwitzen angesagt. Aber was will man machen? Los ging es mit einem Marsch in den Yellow Water Wetlands - ein riesiges Sumpfgebiet, das am South Alligator River liegt. Nachdem wir gute 200km durch mehr oder weniger trockenes Oedland gefahren waren (nicht umsonst heisst diese Zeit des Jahres "dry season") war dieser Anblick schon sehr ueberraschend.






1,6km spaeter und noch kein bisschen Bewegungs-muede galt der naechste Stop dem Mirrai Lookout. Ok, das war jetzt schon schweisstreibender. Immer schoen bergauf, kein kuehlender Fluss in der Naehe und eine Menge unverschaemt laestiger Fliegen. Da hat Eva doch glatt Premiere im Wester-Hut-Tragen gefeiert.



Nach dem luftige Ausblick auf dem Mirrai Lookout (wo die Maenner - selig wieder Handyempfang zu haben - erstmal fleissig SMS getippt haben, anstatt die schoene Aussicht zu geniessen, tsas) ging es zur einer der Hauptattraktionen des Parks, dem Nourlangie Rock mit seinen uralten Aboriginee Malereien.



Ja, an Ideenreichtum mangelt es den Australischen Ureinwohnern jedenfalls nicht - herrlich...



Un da ist er, der Feinschmecker.



Hier auf diesem Felsen wohnt Lighting Man, einer der Traumzeitwesen und/oder Schoepfungsgeister der Aboriginees.




Tief beeindruckt von den Malereien und vor allem den Geschichten dazu ging es zur Abwechslung mal wieder einen etwas sonnigeren Pfad um ein billabong (Wasserloch) herum - sehr nett, aber leider Krokodil frei (wir haetten doch so gerne mal eines gesichtet).





Die Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz in Jabiru - in der Luxusklasse fuer unsere Verhaeltnisse. Aus diesem Grund ging es auch erstmal eine Runde in den Pool, danach noch schick in der Poolbar essen und zwischendurch (und das war gratis) gab es diesen tollen Sonnenuntergang.




18.07. - Kunst auf Stein - 40km - Ubirr
Tag Nummer zwei war im Groben aehnlich wie der erste, natuerlich mit anderen Walking Tracks. Am Ubirr Rock hatten wir nicht nur eine atemberaubende Aussicht, auch hier gab es wieder einige nette Felsenmalereien zu begutachten.








Und dann kam es - ganz unvorhergesehen - zu Evas dunkler (Fitness-)Stunde an diesem Tag. Ein weiterer Weg rund um eine Billabong stand an, nur war dieser a) 6,5km lang b) in bruetendheisser Sonne und c) ein drittel der Zeit verlief der Weg durch tiefen Sand - ICH WAR AM ENDE. Ich war wirklich kurz davor einen Sitzstreik zu beginnen. Und da ueberall die Krokodil-Warnschilder standen, war ich irgendwann auch der festen Ueberzeugung (ist das dann auch schon eine Fata Morgana?) das gleich ein Krokodil aus dem Gebuesch auf mich zu hechtet und mich mit einem Schnapper von meinem Elend erloest. Ist nicht passiert, ich habe es auch geschafft - gerade so.



Nach einer - fuer Australische Verhaeltnisse - ausgiebigen Dusche und einigen entspannten Augenblicken auf unserem dritten und letzten Campingplatz in Merl, ging es ein letztes Mal zum Ubirr Rock, diesmal um den Sonnenuntergang auf dem Felsen zu geniessen. Da ich den Aufstieg mit Flip Flops hinter mich gebracht hatte, war oben erstmal Fuesse eincremen (ja, Eva hat nen Tick) angesagt. Das hat Jule dann auch so amuesiert, dass sie prompt abgedrueckt hat - recht so. Der Sonnenuntergang war dann auch wirklich toll, leider fanden das ungefaehr 200 andere Menschen auch.






Was fuer ein Abschied aus diesem wunderbaren Land. Als ich da so auf meinem Felsen sass, ist mir das erste Mal so richtig bewusst geworden, dass ich mich nicht nur unglaublich auf zu Hause und das was vor mir liegt freue, sondern dafuer auch einen Preis zahle, naemlich dieses Land hinter mir zu lassen (jetzt lasst mich doch mal ein bisschen schwuelstig werden!). War das ein mulmiges Gefuehl.
Am naechsten Morgen hiess es naemlich Abschied nehmen von Juliane und Enrico, die noch eine Woche drangehaengt haben und mit Veit ab nach Darwin. Dort den Caravan abgeben und anderthalb Tage in Darwin verbringen bevor der Flug am Samstag Morgen um 1:40 Uhr zurueck nach Melbourne geht (ich sitze hier naemlich gerade am Sydneyer (!) Flughafen, aber das ist eine eigene Geschichte wert und will ein anderes mal erzaehlt werden)...

Freitag, 20. Juli 2007

2700 Kilometer in vier Tagen


13.07. - 16.07. - eine Autofahrt, die ist lustig... - 2700km - Endstation Mardugal

Weil die letzten vier Tage ausser Autofahren an sich nichts passiert ist, auf der anderen Seite sich die Eindruecke aber nur so haeufen, fasse ich unsere Reise ins "Top End" einfach mal zusammen. Zunaechst einmal hiess es ins Northern Territory (ein Bundestaat) kommen.



Auf dem Weg nach Mission Beach sah zunaechst alles noch richtig schoen gruen aus - so wie es sich gehoert. Wir fuhren vorbei an Bananenplantagen, Zuckerrohrfeldern und Bauemen, die mit einer Art Schlingkraut ueberwuchert waren und so die interessantesten Formen abgaben. Doch je weiter wir uns ins Innere vorkaempften desto ebener und farbloser wurde die Landschaft und desto gerader und eintoeniger wurden die Strassen. Es ging vorbei an Rinderherden, die direkt am Strassenrand nach Futter suchten, und einem Dingo, der ein Stueck neben uns her rannte. Und es ging vorbei an Leichen. Einer endlosen unzaehligen Anzahl toter Kaengurus, Wallabies und Rinder. Grund dafuer sind in den meisten Faellen die so genannten Road Trains, Trucks mit bis zu vier Anhaengern und einer Laenge von ueber 50 Metern. Die donnern in einem kontinuierlichen Tempo ueber die Strasse und wenn da was in den Weg hoppelt, dann wars das.

Hier ein paar Eindruecke von der Fahrt: Nummer 1, ein Termitenhuegel.




Das ist in besseren Zeiten ein Fluss.


100km nur geradeaus ist hier keine Seltenheit. Und diese daemlichen Kamikaze-Voegel haben uns das Leben so richtig schwer gemacht. Die schossen immer um Haaresbreite um unser Auto rum. Einen haben wir mitgenommen, die Dunkelziffer ist unbekannt.





Ein Kaenguru - gerade noch rechtzeitig... (ich gebe zu, es ist schwer zu erkennen, zu Hause vergroesser ich das nochmal)



Noch mehr Termitenhuegel.





Unendliche Weiten.



Am dritten Tag unserer Reise kamen wir schliesslich in Daly Water an - der wohl veruecktesten Gemeinde unter der Sonne. Unser Campingplatz wurde uns gezeigt, indem ein urlaessiger Typ mit dem Mofa vorneweg gefahren ist.



Gebucht, gegessen, gefeiert und getrunken wurde in diesem schrillen Pub. Am besten gefiel mir der Spruch an der Theke "Credit given to women over 80 accompanied by their mother". Herrlich. Naja, ich moechte meinen, dass der Pub hier fuer den Eindruck der gesamten Stadt spricht.






Am naechsten Morgen sind wir noch schnell zum Stuart Tree gefahren. Der gute Herr Stuart hat als erster Australien von Sued nach Nord mit dem Flugzeug ueberflogen und im Jahre 1862 seine Initialie "S" in den Baum geritzt. Aber seht selbst.





Ploetzlicher Nebel - welch willkommene Abwechslung.



Kurz vor unserem Ziel dem Kakadu National Park haben wir noch in Mataranka halt gemacht. Hier wollten wir ein Bad in den heissen Quellen nehmen, doch das stellte sich als eher enttaeuschend heraus, da die Quelle mehr wie ein Pool aussah, Also haben wir uns eben noch so ein bisschen die Beine vertreten. Und an was laufen Veit und ich vorbei, veranlasst Jule aber zu einem Entsetzensschrei? Eine riesen Schlange. Die war mindestens drei Meter lang.





In diesem Wasserloch - auch wenn es noch zu verlockend aussah - war Baden verboten.



Mit Betreten des National Parks haeuften sich die Buschfeuer, bewusst gelegte wohlgemerkt. Die sollen verhindern, dass sich ein nicht gewolltes Buschfeuer unkontrolliert ausbreiten kann und werden immer in der Trockenzeit gelegt. Sah verdammt beaengstigend aus.




Am Campingplatz in Mardugal angekommen wurden wir abends dann noch von einem kleinen Kaenguru oder Wallaby (keiner weiss es) begruesst. Sehr suess der Bursche.




Over and Out fuer heute, ich kann nicht mehr... aber die naechsten Eintraege sind schon vorbereitet...