Mittwoch, 23. Mai 2007

Kleine Highlights kurz gefasst

Buddha feiert seinen 2550sten

Am 19. und 20. Mai hatte Buddha Geburtstag. Er ist geschätzte 2550 Jahre alt geworden. Wenn ihr was über seinen Werdegang nachlesen wollt, guckt ihr am besten mal auf der Seite von Mareike, die hat das nämlich alles wunderbar niedergeschrieben. Ich mache es mir lieber einfach und beschränke mich auf die Erklärung der Fotos. Naja, das Erste bedarf wohl kaum einer Erklärung, das ist Buddha vor seinem Geburtstagstisch, mit allerhand Geschenken.


Diese kleinen Buddha-Figuren stehen in einem Wasserbecken. Sinn und Zweck des Ganzen ist, dass Jedermann den grinsenden Freund baden kann. Zunächst einmal stellt man sich an, dann bekommt jeder ein Räucherstäbchen, das in eine Schale mit Sand gesteckt wird. Danach geht man zu den kleinen Becken, kniet sich auf einen der Hocker, faltet die Hände und betet/ wünscht sich was. Anschließend nimmt man dann eine Schöpfkelle und begießt den Buddha mit Wasser - ganze drei Mal. Das erste Mal wäscht uns von bösen Gedanken rein, der zweite Waschgang soll uns zu guten Taten anregen und das dritte Mal ist zum Schutze aller Lebewesen. Ich muss sagen, die Zeremonie war sehr bewegend und die Musik, die die ganze Zeit aus den Lautsprechern dröhnte, hat das Ganze wirklich perfekt gemacht. Danach habe ich noch ein Becherchen "Holy Water" getrunken und eigentlich kann jetzt nichts mehr schief gehen.





Hier haben wir dann verzichtet, zuviel des Guten ist ja auch nicht immer richtig. Auf ein Blatt konnte man Wünsche, Träume, Gedanken und Ähnliches niederschreiben. Jedes Blatt wurde dann um den Buddha herum aufgestellt und einmal am Tag hat ein Mönch alle Blätter gesegnet.




Immigration Museum
Am 17.05. waren wir mit dem Australian Socitey Kurs im Immigration Museum. Sehr nett, sehr informativ. Auf den nächsten zwei Bildern könnt ihr die Einwanderungsgeschichte der ersten Deutschen in Australien nachlesen (ich hoffe man kann das lesen).




Dann haben wir noch eine Reise in die Vergangenheit in einem simulierten alten "Einwanderer-Schiff" gemacht. Die Rettungswesten sahen beängstigend unbrauchbar aus, muss ich gestehen, aber wir hatten eine Menge Spaß auf unserer Reise, wie man sieht...






Old Melbourne Gaol
Am 12.05. ging es zu dritt ins Old Melbourne Gaol. Das Gefängnis öffnete seine Tore im Jahre 1845. Bereits fünf Jahre später war es total überfüllt und die "convicts" mussten zum Teil umgesiedelt werden. 1864 kam ein Frauen-Trakt dazu. Im Jahre 1924 war dann Schluss und seit 1972 steht das Gebäudde Besuchern offen. Das besondere an diesem Gefängnis ist, dass hier der berühmte Ned Kelly gehängt wurde. Mit der freundlichen Unterstützung von Wikipedia (da ich die Geschichte schon live gehört habe, kann ich dessen Richtigkeit bestätigen) hier das Leben des Ned Kelly:
Ned Kelly wurde wahrscheinlich im Dezember 1855, geboren. Als Ned 12 Jahre alt war, starb sein Vater, woraufhin Ned die Schule verließ, um die Familie finanziell zu unterstützen. Um diese Zeit zog seine Familie in das Gebiet Glenrowan, Victoria, heute als Kellyland bekannt. 1869 wurde Ned als 14jähriger wegen eines Überfalls auf den chinesischen Schweinezüchter Ah Fook und seiner Komplizenschaft mit dem Straßenräuber Harry Power eingesperrt. Er wurde nicht schuldig gesprochen, aber 1870 erneut wegen eines Überfalls festgenommen und zu sechs Monaten Zwangsarbeit verurteilt.
Neds Mutter Ellen erregte ebenfalls die Aufmerksamkeit des Polizisten Alexander Fitzpatrick, der sie 1878 überfiel. Fitzpatrick beschuldigte Ned des versuchten Mordes, woraufhin Ned untertauchte; als die Polizei ihn im Oktober schließlich fand, töteten er und seine Mittäter drei Polizisten, und er entfloh abermals. Er überfiel im Februar 1879 zwei Banken in Euroa und Jerilderie, als er Geld benötigte, um sich eine Rüstung anzufertigen, die ihn vor der Polizei schützen sollte. Diese Rüstung wurde später sein Markenzeichen. Nach Tätlichkeiten gegen einen Polizisten wurden er und seine Bande von Soldaten aufgespürt; nur ein Soldat überlebte die nachfolgende Schießerei.
Diesmal verfasste er einen ausführlichen Brief für die Öffentlichkeit, in dem er seine Aktionen darstellte, sowie die Behandlung seiner Familie und allgemein die Behandlung der irischen Katholiken durch die Polizei der englischen und irischen Protestanten. Der so genannte Jerilderie-Brief erwägt die Möglichkeit des Aufstandes, nicht nur in Australien, sondern auch in den Vereinigten Staaten und selbst in Irland, gegen das, was er als grobes Unrecht ansah.
Die Polizei entdeckte im Juli
1880 wieder seine Spur. Ned langte am 27. Juli in Glenrowan an und nahm im Hotel Geiseln. Bei der folgenden Schießerei mit der Polizei wurde Ned verwundet. Er überlebte, kam vor Gericht, wurde zum Tod verurteilt und am 11. November 1980 im Old Melbourne Gaol gehängt.
Seit seinem Tod ist Kelly ein Teil der
australischen Folklore und Gegenstand zahlreicher Bücher und Verfilmungen geworden. Für einige ist er ein Volksheld, für andere ein normaler Schurke, dessen Verbrechen brutal und allein auf persönlichen Gewinn ausgerichtet waren.
Ned Kelly hatte zwei Söhne und eine Tochter.


Und da wir an einem Samstag das Gaol besucht haben, bekamen wir eine gratis Zwei-Mann-Theater-Aufführung, die uns die Ned Kelly Story erzählte.


Hier seht ihr seine berühmt Rüstung.


Eine Zelle im Old Melbourne Gaol.


Der Spruch spricht für sich.




An diesem Galgen hatte es ein Ende mit Ned Kelly.




Disco Disco - The Marquee
Am 11.05. stand unser erster Disco-Besuch an (ja, das ist irgendwie ganz schön traurig). Wir waren im Marquee. Nach ordnungsgemäßem Vorglühen bei mir, ging es ab in die Bahn in Richtung Stadtzentrum. Verbotener Weise haben wir sogar in der Bahn heimlich die letzten Schlucke zu uns genommen. Ok, was soll man zu diesem Abend groß erzählen? Wir hatten eine Menge Spaß, haben getanzt wie die Irren, haben uns von indischen Autohändlern Getränke bezahlen lassen und einem völlig aufgelösten Taxifahrer 5$ Trinkgeld gegeben (das ist hier normalerweise nicht so üblich).






Mittwoch, 16. Mai 2007

Gestatten: Boost

Jedesmal freue ich mich wieder. Jedes mal, wenn ich mir einen Boost-Saft kaufe... Der ist nämlich nicht nur lecker, sondern gleichzeitig auch höflich und verständnisvoll.


Seht hier, da stellt er sich erstmal vor. Ich mag das. Ehrlich.



Und dann seine verständnisvolle Rückseite...



So einfach macht man sich Freunde und fängt gleichzeitig seine Kunden.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Ein Sonntag in den Dandenongs

Letzten Sonntag ging es in die Berge - in die Dandenongs, um genau zu sein. Dort sollten wir die unterschiedlichsten Sachen erleben, denn die RMIT hatte diese Tour wohl (oder übel) geplant. Ich glaube, ich habe bisher noch nicht erwähnt, dass ich mit den RMIT Touren ein bisschen auf Kriegsfuß stehe. Ich verschone euch jetzt mit den Einzelheiten, aber sowohl der Surftrip als auch die Penguin Parade waren teilweise durchaus fragwürdig. Da wir die drei Touren aber zu Beginn gebucht hatten, hieß es "Augen zu und durch". Es war schwer, die Augen zu zu machen...

Los gings mit sieben Mann (dafür kann ja keiner was), ohne Teamleader nur mit dem Busfahrer (der zwar ein ziemlich stiller aber - wie sich herausstellen sollte - auch ein ziemlich netter war).
Und es ging durchaus richtig gut los... Wir durften Kakadus und Papageien füttern...
Herrlich. Die waren aber auch einfach zu niedlich...



Was soll ich dazu sagen, der ist ziemlich plötzlich losgefolgen, der Kollege...




Seht ihr, wie der da auf meinem Kopf geradezu trohnt? Mit vor Stolz (und Eroberungsdrang)geschwellter Brust.







Nach diesem tierischen Vergnügen wurden wir zur Puffing Billy - einer schnaufenden alten Dampflock geführt. Mit der galt es jetzt zu fahren, schließlich stand die Tour unter dem Namen "Puffing Billy Tour". Joa, ne halbe Stunde sind wir gefahren... bei der ersten Station hieß es aussteigen. Keine Brücken, Tunnel oder spektakulären Wälder (ich belasse es jetzt bei dieser Anspielung).

Ach ja...




Nach einer gepflegten Mittagspause in einem kleinen, wirklich urigen Dorf, wo ich einen Laden komplett hätte kaufen können, wäre da nicht die Melbourne - Bremen Transportfrage gewesen, sind wir dann in ein Aboriginal Cultural Center gefahren. Da die RMIT vergessen hatte, eine Führung zu buchen (kein Kommentar), war das Ganze auch ziemlich schnell erledigt. Eine halbe Stunde reichte aus, um alle Bilder und Kunstwerke zu bewundern.
Am Aufregensten war aber diese Riesenspinne, die wir entdeckten. Mausetot, aber leider nicht genug, um sie anzufassen und umzudrehen, deshalb nur die unansehnliche Unterseite... Ganz schön groß oder?



Da auch der insichgekehrte Busfahrer sehr überrascht ob der frühen Uhrzeit war, fragte er uns kurzerhand, ob wir nicht noch was machen wollen. Da wir in unserem Mittagspausen-Café eine Broschüre über den Nationalpark, in dem wir uns befanden mitgenommen hatten, konnten wir schnell ein Wunschziel ausmachen: das William Ricketts Sanctuary. Ein Künstler, der lange Zeit mit Aborigines verbracht hatte, hatte über 50 Jahre Steinfiguren gemacht - und was für welche. In der grünen mystischen Umgebung war die Skulpturen nochmal so beeindruckend.






Danach ging es dann aber wieder zurück Richtung Melbourne. Gegen halb sechs rollte der Bus auf unsere Uni zu und so hatte jede von uns noch Zeit, den Tag mit einem gepflegten Sonntag Abend ausklingen zulassen.

Dienstag, 1. Mai 2007

Das kleine Fernseh Lexikon

Wenn es einen Grund gibt, sich hier wie zu Hause zu fühlen, dann ist es das Fernsehprogramm. Insgesamt fünf kostenlose Fernsehkanäle gibt es hier, für die übrigen muss man bezahlen. ABC und SBS sind die ARDs und ZDFs des australischen Fernsehens. Auf SBS kommen zudem irre viel ausländische Filme. Neulich habe ich mehr aus Versehen Deutsche Welle TV geguckt und erst nach einigen Sekunden begriffen, dass die deutsche Sprache hier eher unnormal ist. Dann kamen gestern zwei Folgen der deutschen Krimiserie "Der Elefant" - frei übersetzt mit "The Elephant" in deutsch mit englischen Untertiteln - war das ein Fest. Eine Serie, die ich in Deutschland nie gucken würde, aber gar nicht so schlecht.
Die anderen drei Sender sind die privaten Channel Nine, Ten und Seven (ja, die heißen einfach so) Channel Seven ist ein 90% Double von ProSieben, oder anders rum, ist ja auch egal. Vom Logo des Senders, bis hin zur Werbung für diesen, alles gleich. Leider sind Spielfilme hier nicht so angesagt und so ist unsereiner jeden Abend mit Serien und Quizshows gucken beschäftigt.
Hier mal eine kleine Liste und (wenn vorhanden) das deutsche Pendant dazu:
Lost
Heroes
All Saints - Für alle Fälle Stephanie
Ugly Betty - Verliebt in Berlin
Home and away - Unter Uns
Neighbours - Gute Zeiten, schlechte Zeiten
What about Brian
CSI (in allen Möglichkeiten, Miami, New York, L.A., NCIS, einfach alles)
Brothers and Sisters
Boston Legal
Desperate Housewives
Dancing with the Stars - (heißt bei uns genauso oder?)
Rove - Harald Schmidt
1 versus 100 - Einer gegen 100
The biggest loser (ist jetzt leider vorbei, war aber auch zu interessant: wer nimmt inerhalb der 3 oder 4 monatigen Sendezeit am meisten ab? Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie die jetzt nach so vielen Wochen alle aussehen, völlig neue Menschen)
Big Brother (hat jetzt ganz frisch angefangen, da wird viellecht ein Theater drum gemacht)
Nachrichten sind hier auch einfach unglaublich. Es wird eine irre Personalisierung betrieben, jeder Sender hat SEINE Nachrichtensprecher und die siehst du im Minutentakt auf dem Bildschirm. Bei jedem Bericht, schließt der Sprecher mit einem dramatischem "Roger Mitchell - Seven News!", d.h. jeder Bericht während der Nachrichten wird von dem Sprecher so beendet und dann gehts zurück zum Nachrichtensprecher. Zwischen den Nachrichten kommt Werbung. Sport ist hier jeden Abend fast so lang wie der Rest der Nachrichten und am Ende gibt es keinen Abspann, naaahhein, da werden nochmal die "exclusive pictures" von brennenden Autos und weinenden Menschen gezeigt. Übrigens hat es neulich sogar "Knut der Eisbär" in die australischen Nachrichten geschafft - ihr seht, hier werden nur ganz heiße Eisen behandelt.
Werbung ist hier auch total anders. Erstmal werden die Serien mindestens alle zehn Minuten unterbrochen (wenn nicht öfter), die Werbeblöcke sind zwar viel kürzer, aber nicht weniger nervig. Außerdem wird hier viel Werbung für Möbelhäuser, Supermärkte oder ähnliches gemacht, die Werbung ist sehr lokal (die Art von Werbung, die man sonst im Kino sieht, wenn irgendwelche Restaurants für ihr Essen werben).

Jaja, die Serien. Meine Montag-, Mittwoch- und Donnerstagabende sind jetzt immer verplant - man will halt wissen wie es weiter geht... ;-)

ANZAC Day

Am 25.04.2007 stand hier in Melbourne (und schätzungsweise auch im übrigen Australien) alles still. Feiertag. ANZAC-Day. ANZAC steht für "Australian New Zealand Army Corps" und ist ein Feiertag in Gedenken an alle die treuen Kriegskameraden, die im ersten (und zweiten) Weltkrieg für ihr Land (oder sollte ich sagen England?) gefallen sind und wird seit 1916 zelebriert.
Auch der 25. April ist kein Zufall. An diesem Tag im Jahre 1915 sind nämlich die australischen und neuseeländischen Truppen an der Küste von Gallipoli (Türkei) angekommen, um - wie angedeutet - für England in den ersten Weltkrieg zu ziehen. Nach rund acht Monaten wurde im Dezember der Rückzug angetreten, rund 7.600 Australier sind an der Küste in dieser Zeit gefallen.
Wer mehr erfahren möchte: http://www.anzacday.biz/.










Insgesamt drei Stunden dauerte die ANZAC-Parade, in der Familienangehörige mit schwarz-weiß Fotos ihrer Vorfahren mitmarschiert sind, aber auch ältere Damen und Herren, die im zweiten Weltkrieg als Soldaten oder Krankenschwestern gedient haben. Gegen 13.00 Uhr war dann am "Shrine of Remembrance" (siehe Foto unten. Dort war ich sogar schonmal mit dem Australian Society Kurs) eine Gedenkfeier mit Fanfaren, Fahne hissen, Kranzniederlegung usw. Das weiß ich alles von Claudia, die hat nämlich das volle Programm mitgemacht und fand dies auch ziemlich bewegend. Mareike, Juliane und ich hingegen, konnten dem ganzen irgendwie nichts abgewinnen. Es war beeindruckend, ohne Frage, aber Leute zu verehren, die in den Krieg ziehen, viel uns schwer. Vielleicht war aber auch die Tatsache, dass Deutschland so etwas überhaupt nicht zelebriert ein Grund meines Unbehagens. Schon der damalige Shrine of Remembrance-Besuch war sehr schwer zu ertragen. Überall diese (völlig übertriebene) Erfurcht und Schulklassen, die alle betend vor irgendwelchen Wahrzeichen stehen, ne, nix für Eva. Aber: Jedem Tierchen sein Plesierchen. Und man muss dazu sagen, dass die australische Bevölkerung in einem Zustand war, in dem sie sich erst noch finden und definieren musste. Die Zeit vor Gallipoli wird in australischen Fachkreisen als die inoffizielle Formierung zu einer Nation gesehen, da hier alle Australier, gleich welcher Herkunft, miteinander gekämpft haben. Jaja, so war das.