Dienstag, 27. Februar 2007
Das Studentenleben...
...ist gar nicht so entspannt wie ich dachte. Da ich, nachdem ich meinen Stundenplan erstellt hatte (die Kurse werden hier immer zu mehreren Terminen angeboten und man kann sich den Stundenplan dann so zusammen stellen, wie er einem am besten passt), gesehen hab, dass ich mittwochs und freitags frei habe, hab ich ja schon Luftsprünge vollzogen. Juliane (der es genauso geht) und ich haben schon lange Wochenendtouren geplant usw. Doch jetzt, am Dienstag, habe ich jeden Kurs einmal gehabt und muss sagen: zu früh gefreut.
Ich hatte ja die irrwitzige Annahme, dass ich nicht die einzige bin, bei der Englisch nicht die Muttersprache ist oder seit Jahren zum Alltag gehört, aber: schon wieder zu früh gefreut. Ich saß in den Kursen und alles sabbelte wild drauflos nur Klein Eva hing da mit weit aufgerissenen Augen und angestrengter Miene, ständig versucht, die nuschelnden Studenten zu verstehen.
Die Lehrer sind alle wirklich nett und sprechen auch mehr oder weiniger deutlich, aber das wars dann auch. Was wir alles machen müssen. In zwei Kursen ("Introduction to cinama studies" und "Journalism and Society") müssen wir zu jeder Woche eine beträchtliche Anzahl Seiten lesen und jeweils so ne Art Zusammenfassung schreiben oder Frage beantworten. Nun kann man sich denken, dass ich für einen englischen Text ungefähr fünfmal so lange brauche, da ich Vokabeln nachschlagen muss und so. Dazu kommen dann insgesamt drei Essays und je eine mündliche Präsentation (Hilfe!), die eine aber in der Gruppe.
Juliane hat heute schon versucht, mich zu beruhigen, aber das ist nicht ganz einfach. Der einzig entspannte Kurs ist "Introduction to Photography". Da müssen wir am Ende so um die zehn Bilder in einem Portfolio abgeben, zu dem wir noch nicht mal groß was schreiben müssen. Der Dozent hat uns ganz locker erzählt, dass die Bilder auch mit der Handykamera gemacht sein können, da es nicht so sehr auf die Qualität ankommt, sondern mehr auf das Motiv.
Der vierte Kurs ist der "Introductio to Australian Society" Kurs, mit dem wir ja jetzt in dem Camp waren. Da ist in drei Wochen auch schon was abzugeben, aber der Dozent scheint sehr verständnisvoll zu sein...
Es wird schon alles werden, aber nach dem heutigen Tag bin ich ein klein wenig ernüchtert, muss ich sagen.
Demnächst folgen mal Bilder von der Uni, muss erst noch ein paar schicke machen.
Das Camp - der Triologie 3.Teil
Sonntag. 8.15 Uhr. Frühstück. Dann ab in den Bus und auf zur sheep farm (zu Deutsch: Schaffarm). Wir waren fertig. Die letzten beiden Tage waren vom Programm her schon anstrengend genug (hat natürlich auch eine Menge Spaß gemacht) und dann noch die ganze Zeit Englisch. Das schlaucht das Hirn zusätzlich, da es ja irgendwie im Dauereinsatz ist. Ja, und aus diesem Grund ist die sheep farm irgendwie auch an uns vorbeigegangen. "Die armen Schafe", war alles, was ich denken konnte. Zu Vorführzwecken waren die in so ne Art Gangway gesperrt (also einige von den 7500 Schafen, die diese Farm besitzt). Und da Schafe sich, wenn sie Schiss haben, dicht zusammen drängen, hieß das in diesem Fall, sich aufeinander drängen, denn jedes Schaf wollte irgendwie in der Mitte sein. So waren die da in diesen Gang gestapelt und gaben ein wirklich unschönes Bild ab. Juliane und ich haben innerlich Freudentänze aufgeführt, als sie schließlich für Demonstrationszwecke rausgelassen wurden, um von einem Hund in die gewünscht Richtung getrieben zu werden.
Das Camp - der Triologie 2.Teil
Doch da das noch nicht genung Hamilton war, haben wir gleich noch die noch überschaubarere Art Gallery der Stadt besichtigt. Aber was klein ist, ist auch schnell abgelaufen und so konnten wir gut eine Stunde später wieder in den Bus steigen und freudig dem nächsten Highlight entgegen blicken: einer Lecture von einer der drei Proffessoren. Wenn sogar die Kollegen wegdösen, dann sagt das doch was über den Unterrichtsstil aus! Es war aber auch einfach zu warm und dann gleich nach dem Essen, puhhh, war das anstrengend.
Der Nachmittag war dann der Natur gewidmet. Wer wollte konnte einen kleinen Berg namens Piccaninny besteigen (wir wollten und wurden dafür mit einer unglaublichen Aussicht belohnt).
Am Abend stand dann das Highlight des Camps an: ein BBQ mit der national community, sprich mit Einwohnern aus Hamilton. Mit ihnen sollten wir uns - in Gedenken an unseren Campreport - ein bisschen über das Leben und die Veränderungen in Hamilton unterhalten. Nach einem herrlich blutigem Steak (ich weiß nicht, was für Fleisch es war, aber ich hoffe, es war Rind), einem Chorauftritt und einem Mann mit Digerido, waren wir an der Reihe. Jedes im Camp vertretende Land sollte seine Nationalhymne singen. Da die Deutschen mit zirka 60 % in der Überzahl waren, hatten wir es leicht. Dem Südkoreaner jedoch erging es anders, er war der einzige Landsmann, sang aber ganz tapfer alleine. Dänemark, Frankreich und die Schweiz mussten sich zu zweit oder dritt durch die Gesangseinlage quälen und der Holländer wäre alleine gewesen, wenn nicht zwei Hamiltoner einst von Holland nach Australien immigriert wären und ihn so eifrig unterstützten. Die Amerikaner waren - wie immer - sehr speziell. In weiser Voraussicht hatte unser Dozent eine amerikanische Flagge dabei und so haben die sieben Studenten mit Hand auf dem Herzen und voller Inbrunst gesungen.
Den restlichen Abend verbrachten wir Studenten - angeführt von drei quitschigen sternhagelvollen Amerikanerinnen - in einer gemütlichen Runde, um schließlich - ähnlich fertig wie am Vortag - in die Federn zu fallen.
Das Camp - der Triologie 1.Teil
Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer großen Fläche vorbei, auf der letztes Jahr im Januar ein Buschfeuer gewütet hatte. Innerhalb eines Jahres trugen alle Bäume über ihren schwarz verkohlten Stämmen wieder Grün. Witzig war aber, dass die Bäume vom unteren Stammende an mit grünen Zweigen bewachsen waren, was ihnen ein Aussehen in Form geschnittener Hecken verlieh.
Fahrer Rodney hatte Anweisung, uns nicht auf direktem Weg zum Camp zu führen. Erster Stopp war in einer Winery, die von deutschen Immigranten "gegründet" wurde. Dort haben wir dann - neben der ein oder anderen Kostprobe - auch was über die Geschichte der Seppelt Winery in Great Western gelernt.
Zurück im Bus ging es weiter über Stock und Stein in den Brambuk National Park und ins Cultural Center. Dort haben wir dann ein Menge über die Bräuche und Geschichte der Aboriginals erfahren und hatten zugleich die Ehre, Krokodil, Känguru und Emu zu kosten. Ja und auch Eva, die anfänglich überzeugt davon war, dass sie bestimmt kein Krokodil essen wird, hat es getan. Warum? Weil es einfach so gar nicht nach Krokodil aussah (das Stück Fleisch, was am hellsten ist). Ja, war echt ok, aber zu wissen, was man ist, nee, da gönne ich mir doch lieber ein Stück Geflügel, denn damit war es vergleichbar. Das Känguru (links) war verdammt gut, eigentlich genau wie Rindfleisch und das Emu... tja, ich glaube, das Problem war, dass das Emu uns in Form einer Wurst serviert wurde (das mittlere Bild) und die hat einfach total ätzend geschmeckt.
Wie man sieht, habe ich überlebt...
Gegen Abend erreichten wir dann unser Camp und die ersten, die uns begrüßten waren wilde Kängurus, ach herrlich. Die waren aber nicht zum streicheln und so, denn sie waren halt wild. Das Camp war wirklich toll, wir hatten komfortable Zimmer und das Essen - ein Traum. Auch Mary - unsere "Wirtin" - war total nett.
Donnerstag, 22. Februar 2007
"Welcome at RMIT"
Es war einfach unglaublich. David, ein Franzose, ist eigentlich überhaupt kein Student, sondern ein "traveller", aber wurde von dem Holländer (wie war sein Name?) einfach mal mitgebracht. Naja, auf jeden Fall ist David schon seit einem Monat in Australien und uns somit sprachtechnisch um einiges Voraus. Wir haben ihn dann kurzerhand zu unserem "leader" erklärt und los gings. Wie heißt das und das auf holländisch, französisch, koreanisch, deutsch und englisch? Irgendwann fingen wir sogar an Verben zu konjugieren (Gott, wird das so geschrieben?).
Auf der Toilette geriet dann mein Weltbild doch ein wenig ins Wanken. Verriegelt man die Tür, steht da anstelle von "close" (wie es sich eine deutsche Blondine halt so vorstellt) "enganged". Engaged bedeutet im Englischen aber auch verlobt. Das sagt doch was über die Ehe aus oder nicht? Ganz schrecklich.
Wie auch immer. Gegen 11.00 Uhr sind wir dann in einen anderen Pub umgezogen, dort standen wir dann draußen und Briece (ein sehr aufmerksamer Franzose) spendierte mir mein heiß ersehntes Sweet Cider (mein neues Lieblingsgetränk, schmeckt ähnlich wie Federweißer und war im ersten Pub nicht zu haben).
Briece und ich (im Übrigen sind alle Namen in "Lautschrift" geschrieben, keine Ahnung, ob die richtig geschrieben sind.)
David, ein Franzose, ich, der Holländer
Ilka mit "nicht" Steve
Ach ja, die Koreaner, da fange ich mit den Namen gar nicht erst an
Die letzte Bahn fuhr um 00.30 Uhr und so lag ich doch recht zeitig in meinem Quitschebett, um heute morgen völlig desillusioniert aufzuwachen.
Wenn zwei Ladys frei haben...
Überwältigt von der beeindruckenden Skyline in der Ferne, wären wir doch fast in eine riesige tote Qualle gelatscht. Doch wir stoppten rechtzeitig und so wurde der Leichnam ersteinmal für die Nachwelt abgelichtet.
Den Rest des Tages saßen wir in Bahnen, haben eine Wohnung besichtigt (leider nicht die richtige), haben uns bei Pizza Hut am Buffet die Bäuche vollgeschlagen, um dann in Richtung IMAX Kino zu rollen. Für alle, den IMAX jetzt nicht sofort was sagt: Es handelt sich um ein 3D Kino. Dort haben wir dann eine 3/4 Stunde den Stimmen von Johnny Depp und Kate Winslet gelauscht und sind in die Tiefen des Ozeans eingetaucht - ein unglaubliches Erlebnis (also wegen der schicken Brille und der dadurch entstehenden 3D Optik). Ich war die Zeit über leider etwas unentspannt, weil ich so Schiss hatte, das jeden Moment ein Hai aus der Dunkelheit schießt. Das ist ja bei einem normalen Film schon grauenhaft, aber bei einem 3D Film... ich war im Stress.
Doch alles ging gut und so konnten Juliane und ich gegen 22.00 Uhr ganz entspannt unsere Heimreise antreten.
Sonntag, 18. Februar 2007
Year of the pig

Dann ging es weiter an einer schicken Glocke vorbei, die ich gerne fotografieren wollte. Daraufhin sprach mich eine Frau an, ob ich mir was wünschen wolle. Klar wollte ich. Ich musste mich vor die Glocke auf einen Hocker knien und meine Hände falten. Dann habe ich etwas auf chinesisch gesagt (leider habe ich keine Ahnung was), danach sollte ich meine Augen schließen und mir was wünschen (ich war so aufgeregt, dass ich nicht in der Lage war einen klaren Wunsch zu formulieren). Dann sollte ich mit einem hammerartigen Schläger, der aber in Stoff gewickelt war, die Glocke schlagen. Ich dachte mir, naja, so laut wird das Ding schon nicht sein und hau ordentlich zu. Dem Bild sollte in etwa entnehmbar sein, wie sehr ich mich getäuscht hatte. Dann habe ich noch ein Armband umgebunden bekommen und wurde zu Buddhas Geburtstag am 19. Mai eingeladen, so soll das sein.