Dienstag, 1. Mai 2007

ANZAC Day

Am 25.04.2007 stand hier in Melbourne (und schätzungsweise auch im übrigen Australien) alles still. Feiertag. ANZAC-Day. ANZAC steht für "Australian New Zealand Army Corps" und ist ein Feiertag in Gedenken an alle die treuen Kriegskameraden, die im ersten (und zweiten) Weltkrieg für ihr Land (oder sollte ich sagen England?) gefallen sind und wird seit 1916 zelebriert.
Auch der 25. April ist kein Zufall. An diesem Tag im Jahre 1915 sind nämlich die australischen und neuseeländischen Truppen an der Küste von Gallipoli (Türkei) angekommen, um - wie angedeutet - für England in den ersten Weltkrieg zu ziehen. Nach rund acht Monaten wurde im Dezember der Rückzug angetreten, rund 7.600 Australier sind an der Küste in dieser Zeit gefallen.
Wer mehr erfahren möchte: http://www.anzacday.biz/.










Insgesamt drei Stunden dauerte die ANZAC-Parade, in der Familienangehörige mit schwarz-weiß Fotos ihrer Vorfahren mitmarschiert sind, aber auch ältere Damen und Herren, die im zweiten Weltkrieg als Soldaten oder Krankenschwestern gedient haben. Gegen 13.00 Uhr war dann am "Shrine of Remembrance" (siehe Foto unten. Dort war ich sogar schonmal mit dem Australian Society Kurs) eine Gedenkfeier mit Fanfaren, Fahne hissen, Kranzniederlegung usw. Das weiß ich alles von Claudia, die hat nämlich das volle Programm mitgemacht und fand dies auch ziemlich bewegend. Mareike, Juliane und ich hingegen, konnten dem ganzen irgendwie nichts abgewinnen. Es war beeindruckend, ohne Frage, aber Leute zu verehren, die in den Krieg ziehen, viel uns schwer. Vielleicht war aber auch die Tatsache, dass Deutschland so etwas überhaupt nicht zelebriert ein Grund meines Unbehagens. Schon der damalige Shrine of Remembrance-Besuch war sehr schwer zu ertragen. Überall diese (völlig übertriebene) Erfurcht und Schulklassen, die alle betend vor irgendwelchen Wahrzeichen stehen, ne, nix für Eva. Aber: Jedem Tierchen sein Plesierchen. Und man muss dazu sagen, dass die australische Bevölkerung in einem Zustand war, in dem sie sich erst noch finden und definieren musste. Die Zeit vor Gallipoli wird in australischen Fachkreisen als die inoffizielle Formierung zu einer Nation gesehen, da hier alle Australier, gleich welcher Herkunft, miteinander gekämpft haben. Jaja, so war das.


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