Samstag, 23. Juni 2007

Uluru - ein Kältedrama in 3 Akten - Akt 2

Pünktlich um 6:45 Uhr standen wir zum Sonnenaufgang auf der Aussichtsplattform. Da wir vom Uluru schon ziemlich weit entfernt waren (heute sollte es zu Kata Tjuta gehen) und die Sonne um diese Jahreszeit auch nicht direkt hinter dem Uluru aufgeht, sondern daneben, war der Anblick auf die Kata Tjuta um einiges reizvoller.





An dieser Stelle möchte ich mal eben meinen Kleidungszustand näher beleuchten. Ich hatte ein Unterhemd an, dann kam so ein langärmliges Leinenoberteil, das ich nachts anhatte und mir morgens aus Kältegründen auch nicht ausziehen konnte (wenn ihr es genau nehmen wollt, bin ich zwei Tage im Schlafanzug rumgelaufen, obenrum zumindest, ohne BH (ja solch intime Details teile ich mit euch), an Duschen war nicht zu denken (Begründung folgt mit bildlicher Untermalung), dementsprechend sahen meine Haare aus (Tabea, es wäre ein Freude für dich gewesen). Über dem Leinenoberteil folgten ein Pullover, meine Fleece-Jacke, mein Kordblazer und dann - aus Windschutzgründen - die kreischrote Regenjacke. Und wisst ihr was: ich habe gefroren. In den Kata Tjuta wehte ein eisiger Wind, mein Körper bestand aus einem einzigen verkrampften Muskel. Ich habe geflucht, ich habe geschrien (einsam, auf dem Parkplatz, beim Schichten-Anziehen... ehrlich, fragt Mareike, die war mein einziger Zuhörer und gleichzeitig mein größter Fan).

Na gut, half ja alles nix. Auf zum großen Marsch durch die felsige Landschaft der Kata Tjuta. Es wurde wärmer, mit jeder Stufe, die wir bergauf hechteten. Und wieder wurden wir mit atemberaubenden Blicken belohnt.






An dieser Stelle haben Mareike, Ilka und ich uns darauf geeinigt, dass hier die Inspiration für die Macher von dem Trickfilm "In einem Land vor unserer Zeit" herkam.











So, zurück zum Duschfaktor. Muss ich da noch was zu sagen? Immerhin, warmes Wasser wäre möglich gewesen, der Ofen war dahinter, musste aber natürlich mit Feuer erstmal auf eine angenehme Temperatur gebracht werden. Es hat hier keiner geduscht. Die Toilette sah übrigens genauso aus - Türen werden auch einfach überschätzt.








Ich muss der Fairness halber aber sagen, dass trotz allem Fluchen im Vorfeld bis hin zu "Ich steig nie wieder aus diesem Auto aus" die Nacht um einiges wärmer war, als die vorige. Ich bin nicht bei jedem Umdrehen aufgewacht, mein Gesicht war immer noch eine fühlbare Masse und ich hatte mich anscheinend ziemlich schnell auf die eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten eingestellt. So konnte es also einigermaßen entspannt, jedoch mit einem neuen Stadium an fettigen Haaren auf zu den Kings Canyon gehen.


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