Samstag, 23. Juni 2007

Uluru - ein Kältedrama in 3 Akten - Akt 3

Nun gut, die vier Grad, die es wärmer war, hatten ihren Preis: Regen (übrigens einer von ungefähr drei Regentagen in den Wintermonaten). Aber wir waren dankbar, dass der Regen nicht schon nachts eingesetzt hatte, zudem war es wirklich kein starker Regen und er sollte nach einer Stunde Wanderung auch schon wieder vorbei sein. Auf zum sieben Kilometer Marsch rund um den Kings Canyon, einer riesigen Felsschlucht und auch sonst allerhand interessanter Steinformationen. Zunächst galt es aber einen steilen Aufstieg zu bewältigen - an Kälte war nun nicht mehr zu denken.





Dieser Baum heißt sowas wie "Ghost Tree", weil er im Sonnenlicht silberfarben schimmert. Er sah aber auch bei bewölktem Himmel einfach witzig aus, weil er mit dieser hellen Rinde quasi überzogen war, außerdem hat er Falten.


Ja, dass bin dann ich mit all meinen Kleidungsschichten vor einer Felsformation, die als Schildkröte bekannt ist. Ihr könnt links im Bild den Kopf und einen Teil des Körpers sehen.





Hier blickt ihr auf den Garten Eden - den "Garden of Eden" - eine Schlucht, die einen See beherbergt und ein Paradies für Vögel, Insekten und Kleinvieh ist. Einer von diesen Vögeln ist - erstaunlich zutraulich - während unserer Kekspause um uns herumgewackelt und hat fleißig Kekskrümel gefressen.




Gegen 18:30 Uhr kamen wir in Alice Springs und beim Ende unseres Trips an. Wir checkten in unser Zimmer ein, hatten eine halbe Stunde, um zu duschen (jaaaaaa!) und trafen uns dann noch einmal alle, um gemeinsam Essen zu gehen. Auf dem Weg durch die Fußgängerzone sah ich ein Hinweisschild mit der Entfernung nach Berlin - ein Katzensprung.


Am Donnerstag hieß es abermals früh aufstehen. Der "Emu Run" sollte uns zurück zum Ayers Rock bringen, da unser Flug am Freitag Mittag von dort aus startete. Im Bus bekamen wir auch glatt ein Frühstückspaket in einer Silvesterknaller-Verpackung bereitgestellt.


Im Halbschlaf fuhren wir die knapp 400 Kilometer zurück Richtung Uluru. Die Staßen waren endlos lang. Da fällt mir doch noch was ein. Autoreifen gehören hier echt zum Landschaftsbild. Neben allerhand Gestrüpp und Bäumen und auch einer beträchtlichen Anzahl an Bierdosen und Flaschen, stösst man andauernd auf alte Autoreifen. Ich habe zehn Stück in vier Minuten gezählt.



Neben den üblichen Tieren wie Vögeln, Rindern und Kängurus haben wir auf unserer Reise auch Wildpferde und wilde Kamele gesehen - sehr aufregend. Gegen Ende unserer Fahrt hat dann Mark unser Fahrer auch glatt einen Vogel mitgenommen. Mit einem dumpfen Schlag ist er auf die Kühlerhaube aufgeschlagen und dann zur Seite weggetrudelt. Mark kommentierte das mit einem ernsthaft bedauerlichen, aber gleichzeitig komisch trockenem Unterton "Ah, and there goes another bird out of the world."

Zurück im Resort spazierten wir ins "Zentrum" und aßen eine Kleinigkeit. Vorbei gingen wir auch an der Royal Flying Doctor Station. Hier ist eben alles in anderen Dimensionen vorhanden. Als wir am Donnerstag unser zweites Camp verlassen haben, hatte einer der Angestellten Vicky drei Briefe mitgegeben, die sie mit nach Alice Springs nahm. Unglaublich.


Und zu (fast) guter Letzt das Nummernschild des Bundesstaates "Northern Territory".


Am Freitag haben wir herrlich gegammelt, wir haben gelesen, Postkarten geschrieben und Fernsehen geguckt. Abends haben wir an der Barbeque-Station mit den anderen Hotelgästen an großen Holztischen gesessen und Live-Musik gelauscht. Bis halb zehn haben wir noch "Wer bin ich?" gespielt - dieses Spiel, wo man einen Zettel mit einer berühmten Persönlichkeit auf die Stirn geklebt bekommt und dann raten muss, wer man ist. Ich war unter anderem Pumuckl, Barbie und Scarlett Johannson. Wir haben uns herrlich amüsiert und totgelacht - warum weiß ich eigentlich gar nicht mehr. Nach einem Tee-Frühstück ging es dann mit dem Flieger ab nach Melbourne. Und was sehe ich am Melbourner Flughafen? Jaja, die deutsche Qualität - da geht doch nichts drüber.




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