Dienstag, 27. Februar 2007

Das Camp - der Triologie 1.Teil

Am Wochenende stand für Juliane, Mareike und mich Großes an. Wir sollten mit unserem Kurs "Introduction to Australian Society" für ein Wochenende in die Wildnis fahren. Freitag um 9.00 Uhr standen wir also mit Sack und Pack vor der RMIT, um mit dem Bus in das vier Stunden entfernte Camp zu fahren.





Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer großen Fläche vorbei, auf der letztes Jahr im Januar ein Buschfeuer gewütet hatte. Innerhalb eines Jahres trugen alle Bäume über ihren schwarz verkohlten Stämmen wieder Grün. Witzig war aber, dass die Bäume vom unteren Stammende an mit grünen Zweigen bewachsen waren, was ihnen ein Aussehen in Form geschnittener Hecken verlieh.
Fahrer Rodney hatte Anweisung, uns nicht auf direktem Weg zum Camp zu führen. Erster Stopp war in einer Winery, die von deutschen Immigranten "gegründet" wurde. Dort haben wir dann - neben der ein oder anderen Kostprobe - auch was über die Geschichte der Seppelt Winery in Great Western gelernt.









Zurück im Bus ging es weiter über Stock und Stein in den Brambuk National Park und ins Cultural Center. Dort haben wir dann ein Menge über die Bräuche und Geschichte der Aboriginals erfahren und hatten zugleich die Ehre, Krokodil, Känguru und Emu zu kosten. Ja und auch Eva, die anfänglich überzeugt davon war, dass sie bestimmt kein Krokodil essen wird, hat es getan. Warum? Weil es einfach so gar nicht nach Krokodil aussah (das Stück Fleisch, was am hellsten ist). Ja, war echt ok, aber zu wissen, was man ist, nee, da gönne ich mir doch lieber ein Stück Geflügel, denn damit war es vergleichbar. Das Känguru (links) war verdammt gut, eigentlich genau wie Rindfleisch und das Emu... tja, ich glaube, das Problem war, dass das Emu uns in Form einer Wurst serviert wurde (das mittlere Bild) und die hat einfach total ätzend geschmeckt.





Wie man sieht, habe ich überlebt...
Gegen Abend erreichten wir dann unser Camp und die ersten, die uns begrüßten waren wilde Kängurus, ach herrlich. Die waren aber nicht zum streicheln und so, denn sie waren halt wild. Das Camp war wirklich toll, wir hatten komfortable Zimmer und das Essen - ein Traum. Auch Mary - unsere "Wirtin" - war total nett.







Nach einer großen Portion Lasagne haben wir uns dann auf in den Busch gemacht und das im Dunkeln. Angeführt wurden wir von einem Mann namens Noel. So zirka zehn von uns wurden mit roten Taschenlampen ausgestattet (das rote Licht wird von den meisten Tieren nicht wahrgenommen) und los gings. Da unsere um die 40 Mann starke Gruppe sich aber nicht gerade elfengleich durch das Unterholz bewegte, belief sich die Zahl der gesichteten Tiere leider gen null. Zwei Opossums und eine riesen Spinne (die ja wohl irgendwie taub ist oder?) schienen unser lautstark angekündigtes Kommen nicht zu stören.
Es ist unglaublich, wie schnell Personen von der Dunkelheit verschluckt werden. Auf einer Lichtung ging Noel ein Stück voraus und wir sollten in Zweiergruppen nach und nach folgen und uns ganz auf unsere Instinkte verlassen. Ich bin dann todesmutig alleine los und musste feststellen, dass ich, sobald die anderen außer Sicht waren, schon die Zielgruppe auftauchte, es waren höchstens 100 Meter.
Das schlimmst an dem Ausflug war, dass man nie gesehen hat, wo man hintritt, denn die Taschenlampen wurden konsequent in die Bäume gehalten, um eventuelle Tiere zu entdecken. Irgendwann als Noel mal auf den Boden strahlte (und wir drei klebten geradezu an ihm) sahen wir riesen Ameisen (bestimmt 1,5 cm lang) und Noel erklärte uns ganz trocken, dass der Biss bis zu drei Tage lang höllisch weh tut.
Gegen 23.00 Uhr fielen wir alle ins Bett und schliefen, bevor wir die Augen zugetan hatten.


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