Freitag, 13. April 2007

Auf den Spuren australischer Geschichte

Einer der letzten Tage, die Jan hier war, verbrachten wir bei einer netten Erkundungstour per Auto durch die Randgebiete Melbournes. Unser Ziel waren mehrere Herrschaftshäuser, die Mittes des 19. Jahrhunderts von reichen englischen Familien bewohnt wurden.
Zunächst einmal ging es in die Fitzroy Gardens. Hier fanden wir, neben diesem nett beschnitzten Baum auch Cook`s Cottage.




James Cook ist quasi der Eroberer Australiens. Klar, gab es vorher schon den ein oder anderen, der dieses Land betreten hatte, aber James Cook war 1770 der erste Europäer, der im Namen der englischen Krone vorfuhr und da die Aborigines nie wirklich ihr Land in Besitz genommen hatten (nach Auffassung der westlichen Welt jedenfalls) wurde es kurzerhand englisches Gebiet.


Nächster Stopp war das Como Historic House and Garden. Es war nicht nur schön anzusehen, auch die Führung war sehr interessant. Leider konnten wir sie nicht ganz zu Ende machen (Jan, ich muss das jetzt leider erwähnen ;-), da Jan - gut gemeint - dafür sorgte, dass wir nach einer halben Stunde das Herrschaftshaus wieder verlassen mussen. Unser Zeitplan war an diesem Tag straff und wir warteten über eine viertel Stunde auf unsere Führerin. Schließlich ging Jan kurz entschlossen los, um der Sache auf den Grund zu gehen und kam mit einer anderen Dame wieder. Die erklärte uns, es täte ihnen leid, die gute Frau sei nicht da, jetzt macht das eine andere, aber die braucht noch so zehn Minuten. Um den Leuten Dampf zu machen, sagte Jan wir hätten ein Appointment und müssten aber bald los und das sei ja doof, dass das jetzt erst so spät losgeht. Ja, und dann gings los und alles war interessant nur war unser Führerin so darauf erpicht uns pünktlich zu unserer Verabredung zu entlassen, dass uns schließlich nichts anderes übrig blieb.



Passt doch ganz gut oder? Wie vor 150 Jahren, würd ich sagen...


Auf zum dritten und letzten geschichtsträchtigen Gebäude an diesem Tag - dem Rippon Lea Estate. Jan und ich waren uns schnell einig, dass dieses Haus am beeindruckensten war. Wir bekamen eine persönliche Führung von einer netten alten Dame, die uns mit Leidenschaft die alten Familiengeschichten der Bewohner erzählte. Die Dame, die hier zuletzt (bis Anfang der 70er (!)) gewohnt hatte, war stinkreich und hatte so ihren persönlichen Regenwald (ein riesiges Gewächshaus mit Farnen und plätscherndem Bächlein), einen Tennisplatz (aber bitte mit Rasenboden, nicht so dummer Kieselkram), einen Swimmingpool und eine riesige Parkanlage mit Teich und allem, was dazu gehört.




Im Salon lag eine alte Zeitung aus dem Jahr 1938, die Überschrift: "Hitler supreme in Australia", was ansich soviel heißen müsste wie "Hitler überzeugt in Australien". Nein, supreme wird mit "höchst" oder "oberster" übersetzt. Keine Ahnung, aber doof fanden ihn die Australier anscheinend nicht. War schon komisch sowas hier zu sehen.

Zurück im Garten wurden wir von einem Meer aus Dalien empfangen, war das schön.









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