Eine Woche Easter Break. Eine Woche Urlaub. Eine Woche Tasmanien. Schon vor Wochen hatten wir unseren Flug gebucht, nun konnte es endlich losgehen. Tasmanien ist 67.800 qkm groß, ungefähr so groß wie Bayern oder Irland also (das habe ich natürlich irgendwo gelesen, nicht das ihr noch denkt, ich wüsste sowas). Knapp 500.000 Tasmanier leben hier davon über die Hälfte in der Hauptstadt Hobart und in der zweitgrößten Stadt Launceston. Und damit ihr sehen könnt, wo wir überall waren, habe ich gleich mal ein Karte aus dem Internet "geklaut" und hier mit eingefügt.
Gelandet sind wir am Mittwoch Abend gegen 22 Uhr in Hobart. Das Backpackers für die esten zwei Nächte war bereits gebucht und so ging es ohne Umschweife in den "Pickled Frog". Zusammen mit einem schlaftrunkenen Australier verbrachten wir die erste Nacht in wackeligen Hochbetten. Am nächsten Morgen saßen wir um neun vor einem herrlichen Frühstück. So gestärkt konnte es losgehen, denn heute (Donnerstag) stand Hobart auf dem Programm. Doch vorher musste ein Auto her, denn ab Freitag wollten wir die Insel mit dem Auto erkunden. Nach einigen Preisvergleichen entschieden wir uns am Ende für das erste Angebot. Die Pflicht erfüllt ging es los, Hobart zu erkunden, doch die Stadt war für uns eigentlich eher enttäuschend. Nichts besonderes mit einer netten Straße am Ufer, in der man in lauter kleinen urigen Läden stöbern konnte, aber das war es auch schon. Die Uferstraße ist im Bild unten zu sehen.Jaja, das gute deutsche Fleischerhandwerk ist auch in Tasmanien sehr beliebt.
Dann mein (ich glaub, ich kann sagen unser) Highlight des Tages. Das Café und gleichzeitig die Bäckerei "Jackman und McRoss". War das lecker. Ich glaub, jeder kann sich ungefähr vorstellen, wie lecker Walnuss- und Erdbeertarté, Himbeer-Käse-Creeeeeeme-Kuchen und der schokoladigste Schokoladenkuchen geschmeckt haben. Schnell war ein buntes Tellerschieben angesagt, denn jeder wollte mal beim anderen probieren..jpg)
Nach einer zweiten Nacht im Pickled Frog ging es am nächsten Morgen zeitig um 9 Uhr los in Richtung Hartz Mountain National Park (siehe Karte). Unser Auto - ein weißer Peughot - wurde zunächste von Ilka gesteuert (weitere eingetragene Fahrer waren Juliane und ich, also alle die, die 25 oder älter sind).
Ja, der Hartz National Park wurde tatsächlich nach dem deutschen Hartz benannt, warum, habe ich vergessen. Hier war ein Tree Top Walk angesagt, in diesem Fall hieß das Tahuna Air Walk. Das alles meint aber das Gleiche, nämlich ein Walk in luftiger Höhe zwischen den Baumwipfeln hindurch. Und das will bei australischen Bäumen echt was heißen, denn die sind hier verdammt hoch..jpg)
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Hier stehe ich vor dem heaviest tree in der Southern Hemisphere. Das ist sowieso so witzig. Da sich Australien anscheinend nur selten mit dem größten, schwersten, schönsten oder längsten etwas der Welt rühmen kann, ist es immer das größte, schwerste, schönste oder längste etwas der Southern Hemisphere. Jaja, ihr erkennt also sicherlich schon die Bedeutung dieses schwersten Baumes der Southern Hemisphere.
Und hier ist der Beweis: Ich bin Auto gefahren und das auf der linken Seite, mit Steuer rechts und allem, was dazu gehört. Am ersten Tag war das Stress pur. Ich war so glücklich, als ich schließlich mit quitschenden Reifen bei der Käserei ankam, die wir besuchen wollten. Ehrlich, es war die Hölle. Anfahren am Berg im Minutentakt und das alles in einem Benziner und ohne jedliche Praxis (wann bin ich denn bitteschön das letzte Mal Auto gefahren?). Und als ob das nicht genug wäre, liegen hier Unmengen von totgefahrenen Tieren am Straßenrand oder eben mitten auf der Straße. Wir haben das Zählen schnell wieder aufgegeben, nach einer Stunde waren es bestimmt 30. Ein Vorteil ist aber wiederrum, das hier einfach irre wenig Verkehr auf den Straßen ist (wobei das auch wieder für Unruhe sorgte, da dies ja bedeuten musste, dass die Trefferquote für ein Tier vorm Auto umso höher ist).Naja, die Käserei bot entsprechend Entspannung. Uns wurde die Käseproduktion erklärt (übrigens ausschließlich Schafsmilchkäse) und die einzige Milchmelkmaschine in der Southern Hemisphere gezeigt. Die Schafe kamen übrigens aus dem Friesland. Dann durften wir natürlich Käse kosten, mhhh... aber zu wenig Salz für meinen Gescmack.
Und weiter ging es in Richtung Tagesziel: Port Arthur - das älteste Gefängnis... na? Nein, nur Australiens. Hier wurden nämlich sämtliche, in England auffällig gewordenen, Einwohner hin verschifft. Getreu dem Motto "Aus den Augen, aus dem Sinn". Und so durfen die Sträflinge hier schuften und ihr Dasein fristen. Wie ihr unten sehen könnt, sieht das alles eher freundlich aus und nicht nach großen Kerkern, dieser Eindruck täuscht auch nicht, wir waren ebenso überrascht. Port Arthur ist wirklich wie eine kleines Dorf, aber deshalb nicht weniger unangenehm. Doch diesen Anblick haben wir am Freitag noch gar nicht genießen können. Wir kamen nämlich gegen 19 Uhr in Port Arthur an und da war es bereits dunkel. Nachdem wir unser Gepäck in unserer nächsten Herberge - einem Caravanpark - abgegeben hatten, ging es auf zur Ghosttour.
Himmel war das gruselig, ganz im Ernst. Ich kann das schlecht vermitteln. Die ganze Anlage war der perfekteste Ort, den man sich nur vorstellen kann. Der Mond schien hell und tauchte alles in ein düsteres Licht und mit drei alten Petroleum-Lampen ging es mit zirka 30 Mann los. Wir gingen in verlassene Pfarrerhäuser, wo noch heute die "Lady in Blue" ihr Unwesen treibt, standen in einem Kellerraum ohne Fenster vor einem Seziertisch aus schwerem Stein und waren in der Gefängnishalle, die unheimlich still war. Unsere Führerin erklärte uns, dass sie an Geister glaubt und hat die Geschichten so toll und überzeugend erzählt und vor allem von Erlebnissen, die andere Besucher mit den Geistern hatten, dass ich die ganze Zeit nur dachte: "ich will keinen Geist sehen, bitte lass mich keinen Geist sehen." Irre. Irre. Irre.
So krochen wir an diesem Abend eher beunruhigt in unsere Dreistockbetten (!).
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