Am 30.03., das war ein Freitag waren wir Mädels mit Teilen unseres Australian Society Kurses beim Australian Rules Football (man sagt hier liebevoll Footy). Unser Dozent - ein eingefleischter St.Kilda Fan (ST.Kilda ist ein Stadtteil Melbournes) - war ebenfalls dabei und da er nunmal St.Kilda Fan ist, war auch für uns schnell klar, wen wir an diesem Abend anfeuern würden. Die andere Mannschaft (irgendwas mit Melbourne im Namen) ging schnell in Führung, am Ende gewann St.Kilda aber ziemlich eindeutig. Soviel zu den harten Fakten.
Jetzt noch mal aus Sicht einer ahnungslosen Eva K. aus Deutschland. Wer sich diese Regeln ausgedacht hat, der entwirft auch Kreuzworträtsel. So ein kompliziertes Durcheinander habe ich noch nie erlebt. Jede Mannschaft hat 18 Spieler auf dem Feld, gespielt werden vier Quater à 20 Minuten, da aber bei jeder Unterbrechnung die Uhr gestoppt wird, sind es locker 30 Minuten pro Quater. Die Spieler sind gekleidet wie unsere Fußballspieler, ohne jeden Ramm-Schutz. Mhhh.. also am leichten lässt sich das Spiel mit Zehn-Mal-Abwerfen erklären, wie ich finde, andere vergleichen es mit Rugby, da ich von Rugby aber keine Ahung habe, lass ich den Vergleich lieber sein. Bei 36 Mann auf einem unglaublich großen Feld versteht es sich von selbst, dass der Schiri und seine Kumpanen nicht alles mitbekommen. Sollen sie aber auch gar nicht, denn Prügeleien interessieren hier keine Sau. Während sich zwei "raufen" und drei weitere versuchen den Streit zu schlichten, rennen die anderen 31 munter weiter übers Feld.
Der Ball wird untern Arm geklemmt und los gehts. Ballübergabe findet statt in dem die Männer (und dafür haben sie meine Bewunderung sicher) während des Laufens den Ball vor die Füße halten und zielsicher in die Luft schießen (hab ich schon erwähnt, dass das auch so ein Eierball wie beim American Football ist?), unglaublich. Naja und dann heizen sie auf die Tore zu - drei an der Zahl. Für das rechte und linke Tor gibt es einen Punkt, für das in der Mitte sechs.
Worüber wir uns sehr gewundert haben waren die Fans. Man könnte meinen, die kommen wirklich, um sich das Spiel anzugucken. Keine Alkoholleichen, keine Schlägereien, beide Fanseiten munter zusammen und - kein Fangeschrei. Ich dachte ja das Sportverückte Australien äußert sich bei solchen Livespielen durch Gegröhle und ein unerschöpfliches Repertoire an Fangesängen, nö. Still wars im Stadion. Na gut, still ist übertrieben, aber kein Vergleich zu unseren Fußballspielen.
Dann war da noch die Schwimm Weltmeisterschaft, die ja hier in Melbourne stattgefunden hat. Ich muss sagen, da war ich eigentlich nur, um sagen zu können, ich war dabei. War wirklich nicht sooooo interessant für mich und nach einer Stunde in dieser warmen, stickigen Chlorhalle hatte ich auch echt Kopfschmerzen. Angeguckt haben wir uns das Halbfinale der Frauen (3 Meter) und der Männer (10 Meter) im Turmspringen, hier diving genannt, keiner weiß warum. Richtig munter wurden wir, als die Herren anfingen sich warm zu springen. Wie die Lemminge stürzten sie sich einer nach dem anderen ins Wasser, was natürlich für Blitzlichtgewitter unsererseits sorgte.



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