Freitag, 13. April 2007

Tasmanien Teil III

Sonntag. Ostersonntag, um genau zu sein. Da bei uns das Osterfest dieses Jahr irgendwie ausfiel, beschlossen wir, es wenigstens mit einem ordentlichen Frühstück zu feiern. Dank der Supermarktkette Coles, konnten wir auch um 8 Uhr morgens an einem Sonntag einkaufen. Beladen mit Eiern, Bacon und Schokoladeneinern ging es zurück in unser Zimmer über dem Pub. Leider bekamen wir den Herd nicht in die Gänge, woraufhin ich die Rühreier kurzerhand in der Mikrowelle zubereitete, nur auf den Bacon mussten wir verzichten, na gut, dann halt einen anderen Tag.


Heute war ein Städtetag angesagt. Zunächst wollten wir Launceston erkunden, doch wir mussten schnell feststellen, dass Tasmanien zwar mit einer Menge atemberaubender Natur aufwarten kann, jedoch nicht mit reizvollen Städten. Und so suchten wir das "natürliche" Fleckchen Stadt auf und gingen in einer Schlucht spazieren, die am Stadtrand lag. Nach 20 Minuten zu Fuß kamen wir an einer richtigen Feriengegend samt Sessellift an. Kurzerhand fuhren Mareike, Ilka und ich über die Schlucht auf die andere Seite, während Juliane und Claudia zu Fuß loszogen.



Anschließend ging es weiter mit dem Auto bis nach Devonport. Ein wenig kleiner, genauso langweilig. Nach einem Cappuccino in einem italienischen Restaurant ging es weiter nach Queenstown, wo sich unser Schlaflager für die nächsten zwei Nächte befand. Ganz in der Nähe liegt nämlich der Cradle Mountain - Lake St Clair Nationalpark und der soll atemberaubend sein. Zunächst waren wir aber sprachlos, als wir unsere Hütte betraten. Wir hatten ein Doppelbett, ein eigenes Bad, einen Kühlschrank, einen Wasserkocher, einen Fernseher und Heizlüfter und das alles mussten wir mit keinem teilen. Nach einem irre entspannten Abend mit Lesen, Fernseh gucken und ausgiebig duschen, fielen wir in unsere Betten und machten uns für den nächsten Tag bereit.
Montag ging es früh los - na gut 9 Uhr, unsere Standartzeit, aber mit fünf Frauen im Bad und Frühstücken und Brote schmieren ist das eine gute Zeit. Wir fuhren zirka 2 Stunden mit dem Auto in den Norden zurück bis zum Parkeingang in Cradle Valley. Dort machten wir dann als erstes den zwei Stunden Rundgang um den Dove Lake.


Die Vielfältigkeit des Rundgangs war unglaublich. Von einem Moment zum nächsten war man im tiefsten Wald, um dann wieder in einer Natur zu stehen, die man am ehesten mit der Heide vergleichen kann. Ein zwei Echsen kreuzten unseren Weg und am Ende des Marsches war ersteinmal Brotzeit angesagt.


Anschließend machten wir noch drei kurze Rundgänge, die je so 20 Minuten dauerten.


Auf dem Rückweg saß dann Eva am Steuer. Nach gut einer Stunde Fahrt fing plötzlich das erste Auto, dass mir entgegenkam, an, aufzublinken. Häää? Nach kurzem Überlegen schaltete ich das Licht ein, ganz schön pingelig, dachte ich noch. Doch kaum kam das nächste Auto, blinkte es wieder auf... und noch eins. Panik machte sich breit und wir fuhren kurzerhand links ran, um zu gucken, ob irgendwas mit dem Auto ist. Nach kurzem Kriegsrat wurde beschlossen einfach weiter zu fahren, denn wir stellten nichts Ungewöhnliches fest. Nach einem Kilometer endlich die Antwort auf all unsere Fragen: ein Polizist winkte mich links an die Straßenseite. Panikwelle Nummer 2, diesmal nur bei mir. War ja schon alles richtig soweit, aber ich bin noch nie kontrolliert worden und dann mit einem Mietwagen in Tasmanien. Vor lauter Aufregung hab ich auch erstmal Mareikes Fenster runtergefahren und dann, damit der Polizist auch ja nicht denkt, ich sei nicht kooperativ, kurzerhand die Tür aufgemcht und ihm fast gegen das Bein geschlagen. "This is just a lisence check", sagte der Polizist freundlich. Mit zittrigen Händen reichte ich ihm meinen Führerschein. Die nächste Frage beantworteten dann die Mädels für mich. Ob ich am 11.01.1982 geboren bin? Ja, muss ich wohl, zumindestens bestätigten dass die vier. Dann wollte er auch noch wissen, ob der Führerschein kein Ablaufdatum hat? Keine Ahnung. Aber ich hatte ja Verstärkung. Nein, hat er nicht. Gut, weiterfahren. Naja, einmal hab ich das Auto dann noch schön abgewürgt. Als ich dann den Polizisten schon wieder im Rückspiegel auf mich zu kommen sah, fuhr ich ganz hastig mit quitschenden Reifen vom Feld. Uffff, das war was.
Am Abend gab es herrlich leckere Spagetti mit Soße aus dem Glas, lecker. Dienstag hieß es dann auf nach Hobart, schließlich ging am Mittwoch um 3 Uhr der Flieger zurück nach Melbourne. Doch auf dem Weg nach Hobart wollte noch viel entdeckt werden. Direkt an unserer Straße lagen immer wieder Sehenswürdigkeiten, die nur auf uns warteten. Eine davon waren die Nelson Falls.







Dann ging es auf den Donaghys Hill, einem kleinen Berg, den man in 20 Minuten besteigen konnte und der eine herrliche Aussicht bot.


Dritter von fünf Stopps war diese schwergefährliche Hängebrücke beim Frenchmans Cap. Jeder rannte einmal hin und zurück, wurde fleißig fotografiert und weiter gings mit dem Auto.



Dann machten wir noch bei den Russell Falls im Franklin-Gordon Wild Rivers Nationalpark halt. Dort liefen wir eine gute Stunde spazieren, um zu guter Letzt in Norfolk, einer kleinen Stadt mit modernster Technik (ihr werdet es gleich erfahren) halt zu machen.

Das Gerät auf dem unteren Bild hatte es uns besonders angetan. Wir gaben in einer Kette (quasi das McDonalds für Brot und Brötchen) unsere Bestellung auf und jeder bekam ein solches Teil in die Hand gedrückt. Sobald unsere Sachen fertig waren, vibrierte das Ding wie wild und fing an zu blinken. Weder in Hobart noch in Launceston gab es diese Teile (und da waren wir auch in einem dieser Läden).


Am Abend waren wir dann am Ende unsere Reise angelangt. Zurück in Hobart gingen wir gepflegt beim Inder essen und dann auch schnell ins Bett. Am nächsten Morgen brachten Ilka und ich das Auto weg (wir haben übrigens kein Tier totgefahren, nur ein bereits auf der Straße liegendes überrollt) und gingen anschließend alle Mann frühstücken. Die restlichen drei Stunden verbrachten wir in der National Gallery in Hobart, war teilweise sehr interessant. Um 17.45 Uhr war ich wieder in Footscray. Als erste und letzte Tat des Tages habe ich dann die Waschmaschine angeschmissen.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hey, wollte nur mal kurz erwähnen, das in Sydney in den Blue Mountains nicht so schöne Wasserfälle waren, also schon aber leider ohne Wasser... Und kurz anbei, vergesst nicht die Kleinstlebewesen... MFG vom Deich