Freitag, 13. April 2007

Tasmanien Teil II

Nach einer gruseligen Geistererfahrung am Abend zuvor, ging es am Samstag weiter Richtung Norden. Doch zunächst einmal wollten wir uns den Tasmanischen Teufel aus nächster Nähe anschauen. Claudia, die Port Arthur gerne nochmal bei Tageslicht erkunden wollte, setzten wir dort ab (da habe ich auch die anderen Fotos gemacht) und wir fuhren in den 20 Minuten entfernt liegenden Tierpark.




Ein komisches Vieh. Schon süß irgendwie, aber dann auch wiede verdammt hässlich. Zudem ist er mit dem genetischen Abfall gesegnet, denn ähnlich wie eine Hyhäne kann er eigentlich überhaupt nichts besonders gut. Einziger Vorteil ist sein verdammt kräftiges Gebiss, aber das nützt wenig, wenn man weder die Schnelligkeit noch die Intelligenz besitzt, um zu jagen. So hat sich der Tasmanische Teufel auf Aas spezialisiert - und das frisst er komplett mit Fell. Wir haben uns eine Fütterung angesehen, Wahnsinn, da war echt Schluss mit lustig. Die haben zu dritt jeder an einem Ende eines Stückes Wolf gezogen.






Dann hatte ich noch eine ganz spezielle Erfahrung mit diesem riesen Adler. Der war nämlich in einer Art Hütte, die man betreten musste, um überhaupt etwas von ihm zu sehen. Drinnen angekommen waren zwei große Fenster. Ich bin dann als erste (die anderen waren noch draußen) an das Fenster getreten, um mir was auch immer da drin sein sollte anzuschauen. War aber nix zu sehen, also bin ich näher ans Fenster ran. Und plötzlich tauchte direkt vom Boden vor dem Fenster mit einem gewaltigen Satz dieser Riesenvogel auf und setzte sich direkt vors Fenster. Mit einem lauten Entsetzensschrei bin ich raus aus der Hütte und hätte beinahe Ilka umgerannt. Die anderen dachten ich sei vor einer Spinne geflüchtet, als ich ihnen dann das Adlerauge präsentierte, hatten sie aber doch erstaunlich viel Verständnis für meine Panik (Gott sei Dank sind hier nur Frauen unterwegs).

Ist die nicht schön? Entdecke gerade meine Liebe zu den Eulen.



Das waren Breitmaulvögel oder Froschmaulvögel oder so. Zwei von ihnen saßen, wie ein kleines Knäuel aufgeplustert in der Ecke. Aber dieser hier nahm anscheinend gerade ein Sonnenbad. Solch eine Entspannung, einfach herrlich.


Dieses Känguru-Bild ist leider unscharf, aber einfach zu süß: Ein Teenager Känguru im Beutel. Das Junge war riesig, dass es überhaupt noch in den Beutel durfte...Füße und Kopf hingen oben raus.

Ein australische Kakadu (hier sprechen die den "kakkatoo" aus, ganz komisch.


Dann ging es gegen 11 Uhr mit Claudia im Gepäck Richtung Launceston, unserem nächsten Übernachtungsziel. Auf dem Weg erzählte uns Claudia noch allerhand Geschichten zu Port Athur, sehr informativ. Bevor wir aber Launceston erreichten, war noch ein weiterer Zwischenstopp angesagt - der Freycinet Nationalpark. Hier befindet sich das berühmte Wineglass Bay, eine Bucht, die mit viel Fantasie wie ein Weinglas geformt ist und nur zu Fuß zu erreichen ist. Da wir uns die Bucht aber lieber von Weitem ansehen wollten, denn am Strand stehen ist ja eher unspektakulär, hieß das für uns, rauf auf den Mount Amos. Es gab zwar auch einen Lookout zum Wineglass Bay, aber wir wollten es wissen. Drei Stunden sollte der Auf- und Abstieg dauern, da wir vor Einbruch der Dunkelheit wieder unten sein wollten, hieß es sich sputen. Es war unbeschreiblich. Wir sind Abhänge raufgekraxelt, das könnt ihr euch nicht vorstellen. Ein paar mal haben wir uns echt gewundert, dass die Parkleute uns so einfach ohne Führung da rauf ließen, nicht mal durch Zäune gesichert war das Ganze. Claudia war es dann auch zu viel und sie wartete zirka eine viertel Stunde vor dem Ziel auf uns.




Bei den Bäumen unten im Bild sind wir gestartet...


Oben angelangt wurden wir für all die Strapazen belohnt. Eine unglaubliche Aussicht bot sich uns. In alle Richtungen Wasser, Buchten und Berge. Und: die Wineglass Bay.



Beim Abstieg konnten wir dann noch den unglaublichen Sonnenuntergang genießen.

Gegen 22 Uhr trafen wir im nächsten Backpacker ein, einem Pub. Es dröhnte Musik aus der Eingangstür und wir traten verschwitzt und völlig fertig ein. Nach 10 Minuten hatten wir unseren Zimmerschlüssel in der Hand und hieften die Koffer in den ersten Stock. Keiner weiß wo bei Juliane und Ilka die Energie herkam, jedenfalls vergnügten sich die zwei noch bis 2 Uhr morgens unten im Pub, während Mareike, Claudia und ich bei Technoklängen wegdämmerten.

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