Sonntag, 1. Juli 2007

Die erste Woche - alles findet sich

Ich sitze in einem sauschraegen Internetcafe. Links von mir sitzt ein junger Herr und spielt Ballerspiele, waehrend er die ganze Zeit mit seinem Nachbarn (rechts von mir, ja, ich sitze in der Mitte) kommuniziert. Es stinkt nach Kaesefuessen, leere Pizzaschachteln wurden von meinem Platz geraeumt und ich versuche mich hier mit einer englischen Tastatur. Ich bin in Mackay (siehe Karte).

27.06. - Abflug - die Reise beginnt - 160 km nach Gympie

Um 08.00 Uhr morgens ging unser Flieger von Melbourne nach Brisbane. Los gings vom Avalon Airport unwesentlich ausserhalb von Melbourne. Wir sind schlauerweise mit dem Taxi gefahren, weil wir irgendwie dachten, das waere fuer vier Personen guenstiger, als mit dem Shuttlebus. 130 Dollar hat uns dieser Irrtum gekostet - geteilt durch vier versteht sich. Um 10.00 Uhr in Brisbane gelandet, hatte wir gegen 12.00 Uhr unsere zwei Maui-Camper und unsere Reise konnte beginnen. Nach einem kurzen Umweg zu Aldi und der Eroeffnung unserer Gemeinschafts-Essens-Kasse, ging es los - 160 km bis nach Gympie.



Dort haben wir uns dann im Dunkeln fuer einen Caravanpark entschieden und waren dann noch in einer Bar, um unser erstes Cider/Bier zu trinken. Am Abend machten Veit und ich noch eine interessante Entdeckung, als wir gerade unser Bett machten. Es gibt nur eine Decke. Was fuer Jule und Enrico wahrscheinlich gerade recht kam, wurde fuer uns in doppelter Hinsicht zum Problem. Nicht nur, dass wir - beide mit Partnern versehen - nicht unbedingt unter einer Decke schlafen wollten, nein, Veit hatte sich auch ritterlich bereit erklaert ein Stockwerk hoeher zu schlafen. Der nette Campingwart hatte aber noch einen Schlafsack fuer uns...

28.06. - weiter gehts - 120 km - Hervey Bay


Frisch ausgeschlafen und ein entspanntes Fruehstueck spaeter ging es los zu einer kleinen Kajak-Tour. Jule und ich ins eine, Veit und Enrico ins andere, wurden bei erstaunlich starkem Wind die Kajakboote (so vermeidet man geschickt die Entscheidung Kajaks oder Kajake?) auf den See gepaddelt. Mann, was sind wir nass geworden und anstrengend war das... unglaublich. In einem Creek (Flussarm) angelangt war nicht nur der Wind schlagartig verschwunden, wir hatten auch beste Aussicht auf das Treiben der oertlichen Flora und Fauna. Gegen 14.00 Uhr und 10 km Paddeln spaeter, hiess es dann Ade lieber Campingplatz und Hallo offene Strasse. Ziel fuer Tag Nummer 2 war Hervey Bay, die Kuestenstadt , von der aus alljaehrlich die Touristen nach Fraser Island geschippert werden. Da es hier um 17.30 Uhr schon fast dunkel ist, war dies auch der Fall, als wir unseren naechsten Caravanpark erreichten. Schnell noch lecker Nudeln mit Tomatensosse gekocht und ab ins Bett, denn am naechsten Tag wollten auch wir mit der 9.30 Uhr Faehre nach Fraser Island.

29.06. - die Insel, das Paradies - 0km - Hervey Bay

Frueh aufgestanden, trotzdem fast die Faehre verpasst und 3 Schweissperlen spaeter sassen wir Allemann auf der Faehre. Ich oben und draussen, die anderen drinnen und ein Stockwerk tiefer. War das eine tolle Aussicht. Dann hiess es laufen. Da alle Touren fuer diesen Tag schon ausgebucht waren, entschlossen wir uns die Insel zu Fuss zu erkunden. Sehr vernuenftig mag der ein oder andere jetzt denken, aber bei einer 120km langen Sandinsel, die all ihre Sehenswuerdigkeiten gleichmaessig verteilt hat und nur mit angemieteten Jeeps, die zudem mit der Faehre mit auf die Insel gebracht werden muessen, erkundet werden kann, war das eine durchaus schwere Entscheidung.


Der Dingo-Fence wurde von uns Vieren sehr ernst genommen. Leider mussten wir durch diese Tuer und begaben uns somit auf Dingo-Terrain. Ich kann nur sagen, wir sind alle vier unbeschadet davon gekommen, aber als ich mein Salami-Brot ausgepackt habe, sind einige doch ein wenig unruhig geworden...


Nun denn, der Lake Mc Kenzie - eines der Highlights auf der Insel - lag knapp 13km entfernt, also genau richig fuer uns. Nach 2 1/2 Stunden Marsch waren wir auch tatsaechlich da. Herrlich.
Zurueck wurde es dann noch abendteuerlicher, da wir anders gehen wollten, als auf dem Hinweg und so ein kleines Stueckchen durch den See waten mussten und alle nasse Schluepfer bekamen. Die letzten drei Kilometer fuehrten uns am Strand entlang. Herrlich, da waren ueberall kleine Loecher und drumherum fein saeuberlich gerollte Kugeln. Kleine Krebse waren dafuer verantwortlich, wie wir spaeter begeistert feststellten.
Neben dieser Entdeckung stiessen wir auch auf allerhand alte Wracks, sehr aufregend. An der Faehre angekommen, hatten wir noch genug Zeit, um schnell 1,2 km zu einem Lookout hochzulaufen und die spektakulaere Aussicht zu geniessen. Davon zurueck gekehrt war aber auch gut mit Spazieren gehen, schliesslich hatten wir knapp 30km zurueck gelegt. Auf der Faehre trennten wir uns wieder wie gewohnt. Ich hab nicht nur wie eine Irre den Sonnenuntergang fotografiert, sondern auch... Trommelwirbel... Delphine gesehen!!! Ein absolutes Highliht fuer die liebe Eva. Um den Tag abzurunden, waren wir abends noch schick beim Mexikaner essen, um dann wirklich frueh ins Bett zu fallen. Hier noch ein paar Eindruecke vom Tag.


30.06. - Wir riechen Rum - 130km - Bundaberg

Der Bundaberg Rum ist ein ganz bekannter in Australien. Und weil die Rum Destillerie Fuehrungen anbietet, wollten wir uns davon geschmacklich auch mal selbst ueberzeugen. Auf dem Weg nach Bundaberg sind wir schon an Kilometer-langen Zuckerrohr Feldern vorbei gefahren, war das toll. In Bundaberg angekommen, gings dann auch postwendend zur Destillerie. Die Maenner entschieden sich auf die Rumprobe zu verzichten, weil sie die Fahrer des Tages waren (ich sollte an dieser Stelle wohl mal anmerken, dass ich noch keinen Kilometer Auto gefahren bin). Die Fuehrung war sehr nett gemacht und ebenso aufschlussreich. Am Ende konnten Jule und ich aus einer weiten Palette an Mix-Rum oder reinen Rum-Getraenken aussuchen. Mein Favorit: ein Bundaberg Rum, der nach fuenf Lebensmitteln gleichzeitig schmeckt, drei fallen mir noch ein: Kaffee, Schokolade und Lakritz. Fragt mich nicht, wie man auf so eine Idee kommen kann, aber es war verdammt lecker.
Auf unserem Weg kamen wir an kilometerlangen Zuckerrohrfeldern wie diesem hier vorbei.

Abends sind wir dann auf einen Campingplatz gefahren, wo wir vor Ort erstmal Anschiss von unserem Nachbarn bekamen, da wir die Tueren so knallen. Ich hab das gar nicht mitbekommen, da ich gerade am kochen war, aber die drei haben alles ausfuehrlich geschildert. Spaeter ist er aber nochmal angekommen und hat sich entschuldigt und bedankt, dass wir jetzt so leise sind, immerhin.

01.07. - der Marathon - 650km - Mackay

Der heutige Tag ist schnell erzaehlt. Wir sind den ganzen Tag Auto gefahren. Morgens um 9.30 Uhr nach dem Fruehstueck ging es los, abends um 18.00 Uhr waren wir da. Zwischendurch gab es das ein oder andere Eis, wir haben zweimal getankt und das war es auch schon. Der morgige Tag ist noch in Planung, ich werde euch berichten, denn jetzt ist hier erstmal Zapfenstreich. Und mit diesem herrlichen Bild beende ich den heutigen Eintrag - es ging um einen Handwerks-Laden.




Keine Kommentare: