Samstag, 17. Februar 2007

Das Aquarium - eine erfrischende Alternative

Was sich in der Überschrift wie ein missglückter Werbeslogan anhört, ist in der Realität durchaus wahr. Da die Temperaturen derzeit in unermessliche Höhen klettern, blieb uns nichts anderes mehr übrig, als Zuflucht in einem klimatisiertem Gebäude zu suchen. Das Aquarium in Melbourne schien uns ein verlockender Ort, und so stolperten Ilka und ich direkt von der glühend heißen Rennbahn (siehe Post davor) in die kühle Dunkelheit des Aquariums, wo kein Sonnnenstrahl uns etwas anhaben konnte.

Dort fanden wir uns zwischen Seepferdchen, King Crabs, riesigen Hummern und ekligen Murähnen wieder. Die Schildkröten haben es mir besonders angetan und da das Becken oben offen war, wir also rein theoretisch von oben reinfassen konnten, waren da die besten Fotos möglich.

Dieses kleine unschuldig blickende Ding war wirklich schwer gefährlich. Als ich mit meinem Finger aus sicherer Entfernung (so 20 cm) mal ein bisschen mit ihr komunizieren wollte, ließ sie sofort einen Warnschnapper los und reckte ihren Kopf aus dem Wasser. Hier blickt sie aber netterweise recht feundlich in die Kamera.

Das nächste Exemplar war ein riesen Brummer. An der Tafel stand, dass dieser Fisch sehr agressiv sein Territorium verteidigt. Das dürfte zum einen erklären, warum er einsam und allein in seinem Becken schwebte und zum anderen, warum er keinen der Besucher aus den Augen ließ. Jedesmal, wenn man sich nach links oder rechts bewegte, drehte er sich mit und verfolgte einen mit seinem tranigen Blick.



Das nächste Fischlein war wirklich unglaublich und kommt leider auf den Bildern nicht wirklich zur Geltung. Riesengroß und knall türkis. Die Augen sahen aus wie gollfballgroße Plastikkugeln.





Auch die Nemos waren mit von der Partie.


Zum kröneneden Abschluss kamen wir dann zum riesen Aquarium, wo gigantische Rochen und verdammt furchteinflößende Haie ihr Unwesen trieben. Ich habe mich todesmutig unter den Durchgang gestellt und unter gefährlichsten Bedingungen ein Foto von mir machen lassen.

Bleibt die Geschichte von Simon Crellin. Am Abend trafen wir uns (bis auf Mareike, die jetzt auch ihre Wohnung bezogen hat) für ein Bierchen und eine Runde durch die Innenstadt. In einem Pub eingekehrt verschwand Claudia für ein Telefonoat mit ihrer Traumvermieterin in spe und somit war ein Stuhl leer. Aber nicht lange. Plötzlich tauchte aus dem Nichts ein Mann im Anzug - mitsamt Schlips und allem was dazu gehört - auf und legte los. Keiner kann im Nachhinein sagen, was genau der gute Mensch eigentlich von uns wollte, eines war jedoch allen klar: er war rappeldicke voll. Auf drängende Nachfragen bestätigte er uns, dass er, seit er um 16.oo Uhr seine Bürotür hinter sich abgeschlossen hatte, am Feiern ist. Ja, das glaubten wir ihm sofort.

Es war einfach unglaublich. Plötzlich fing er an uns die Australische Geschichte vom Urknall, über den ersten und zweiten Weltkrieg bis hin zur Gegenwart zu erzählen. Wann wieviele Australische Soldaten für nichts und wieder nichts gestorben sind und so weiter und so fort. Selbst mein Fotografieren brachte ihn nicht aus der Spur. Dann wollte ich wissen, ob wir ihm nicht ein bisschen Deutsch beibringen sollen und ob er nicht ein englisches Wort hätte, dass wir ihm übersetzten sollen. Nachdem wir ihm erklärt hatten, dass Sex, Drugs and Rock`n Roll im Deutschen genauso gesprochen wird fing er an irgendwas auf französisch zu nuscheln. Claudia, inzwischen von ihrem Telefonat zurückgekehrt, fasste sich ein Herz und übersetzte "Ich verstehe nicht" (also das hatte er auf französisch gesagt und wollte es ins Deutsche übersetzt haben). Nach vier oder fünf Anläufen lallte er dann ein "Isch verschtehä nisch" und wir sind fast ausgeflippt vor Lachen, denn das war eine astreine "Alkoholiker Übersetzung". Jetzt sind wir alle im Besitz einer Visitenkarte von einem Associate Director, ach ja, kann das Leben noch schöner werden?

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hallo Eva-Mädel,

na, dass scheint bis jetzt ja alles super down under zu laufen. Sogar schon die ersten Aussies mit deutscher Kultur versorgt. Respekt, Respekt! Auch Deine Kurz-Reportagen sind wirklich sehr lesenswert. Dir und Deinen Mitstreiterinnen weiterhin viel Spass. Und spendiere Snoopy mal ein Leckerli von mir.

MfG Jennes