Sonntag, 18. Februar 2007

Year of the pig


Gestern, liebe Leute, war chinesisches Neujahr. So richtig begriffen habe ich es zwar noch nicht (und das, obwohl ich ja nun mit zwei Menschen vom Fach zusammen lebe), aber trotzdem fiel es nicht schwer sich von der Feierlichkeiten anstecken zu lassen. In Melbourne (wie auch in Sydney, wenn ich mich an Sarahs Geschichten erinnere) wimmelt es nur so von Chinesen. Somit fiel die Stimmung auch sehr ausgelassen aus und überall (in Chinatown und am Yarra River und einfach überall) wurde gefeiert. Da mich diese Kultur ja irgendwie total fasziniert, bin ich die ganze Zeit mit großen Augen durch die Stadt geschlendert. In einer Straße stand eine riesige Buddha Statue und jeder konnte ein Räucherstäbchen zu seinen Füßen in den Sand stecken, das soll Glück bringen. Gesagt getan.

Dann ging es weiter an einer schicken Glocke vorbei, die ich gerne fotografieren wollte. Daraufhin sprach mich eine Frau an, ob ich mir was wünschen wolle. Klar wollte ich. Ich musste mich vor die Glocke auf einen Hocker knien und meine Hände falten. Dann habe ich etwas auf chinesisch gesagt (leider habe ich keine Ahnung was), danach sollte ich meine Augen schließen und mir was wünschen (ich war so aufgeregt, dass ich nicht in der Lage war einen klaren Wunsch zu formulieren). Dann sollte ich mit einem hammerartigen Schläger, der aber in Stoff gewickelt war, die Glocke schlagen. Ich dachte mir, naja, so laut wird das Ding schon nicht sein und hau ordentlich zu. Dem Bild sollte in etwa entnehmbar sein, wie sehr ich mich getäuscht hatte. Dann habe ich noch ein Armband umgebunden bekommen und wurde zu Buddhas Geburtstag am 19. Mai eingeladen, so soll das sein.




Auch sehr aufregend waren die Drachen, die mit leuchtenden Augen durch die Straßen zogen, begleitet von zirka zehn Männern, die wie wild auf Trommeln und Blechinstrumenten spielten. Der Drache hielt vor einem Restaurant und tänzelte wild auf und ab. Dann ging er hinein und ja... keine Ahnung, was da drin passiert ist. Durch die Scheiben konnte man aber sehen, dass ein kleines Mädchen - sicher festgeklammert auf dem Arm ihres Vaters - dem Drachen ein rotes Stück Stoff oder Papier hinhielt. Der Drache "fraß" das dann aus der Hand des Mädchens, quasi die Fütterung. Während der Drache also drinnen verrückt spielte rollten seine "Pfleger" draußen eine wahnsinns Feuerwerks-Böller-Schnur aus, die jeden 14 Jährigen vor Neid erblassen lassen würde. Als der Drache schließlich wieder aus dem Restaurant kam, wurde die Schnur angezündet und ein rund eine Minute langes ohrenbetäubendes Geknalle startete, während der Drache erfurchtsvoll davor auf und ab tanzte. Sah wirklich sehr beeindruckend aus.












Am Yarra River waren dann jede Menge Buden mit chinesischem Essen und so viel Kitsch und Funkel-Glitzer-Kram aufgebaut, Wahnsinn. Ich habe mir einen kleinen Chinesischen Lampignon gekauft und bin glücklich damit durch die Masse marschiert.







Um zwölf wartete dann ganz Melbourne gespannt auf ... ja auf was eigentlich? Keiner wusste es, aber jeder nicht Chinese rechntete mit irgendwas. Leider ohne Erfolg. Um kurz vor Mitternacht gab es noch einmal das gewohnte Knallern der Riesenschnur, aber das wars dann auch. Ich werde mich die Tage nochmal bei meiner "flatmate" Nancy erkundigen und euch dann in die Geheimnisse Chinesischer Tradition einführen (sofern ihr nicht eh schlauer seit als ich, ich denke da an Tabea und Dobi) .

Ich hab übrigens gestern mit Nancy und dem anderen (ich vergess immer den Namen, der klingt aber auch so komisch) zusammen Chinesisch gekocht, sehr speziell, sag ich euch. Da will man wirklich nicht so genau wissen, was die da ins Essen tun. Naja, aber geschmeckt hat es, von den Knorpeln und dem Fett im Schweinefleisch einmal abgesehen.

3 Kommentare:

Thomas hat gesagt…

Hallo Eva,
wir haben deine Bilder augeschaut. Sie haben uns gut gefallen. Memi hat nicht ganz viel erkannt. Schöne Grüße, besonders von Memi von I. und Th

Anonym hat gesagt…

Guten Tag Eva,
hast du wohl auch eine Post-Adresse im fernen Australien (spätestens fürs Protokoll fehlt diese Angabe ja noch!)?
Offenbar geht es dir sehr gut - die Texte werde ich hoffentlich noch lesen, bin busy busy, denn hier geht die Post ab und ich muss zum Training. Samstag stehen schließlich Habenhausen, Scharmbeckstotel und unsere Freunde von der Fun Factory auf der Matte. Also viele Grüße aus dem fernen, erfrischend kühlen Bremen.
Ach ja, halte dich aus der Sonne raus - die Krebsschulter sieht ja übel aus.
Eben
Tabea

Anonym hat gesagt…

Moin moin,

ich nehme alles zurück. Dein Blog ist inzwischen richtig gut. Coole Bilder und nette Geschichten.
Schön zu sehen, dass es dir offenbar richtig gut geht!

Während du in der Sonne brätst (immer schön eincremen, gell) habe ich meine erste Woche Snowboarding hinter mich gebracht. Ich bin jetzt sowas von COOL :-))

Mehr dazu ein andermal...
Liebe Grüße aus München,
Lars